Kleve: Ryanair-Chef kritisiert Nachtflug-Verbot
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 18.06.2008Kleve (RPO). Der Chef der Fluggesellschaft Ryanair, Michael O’Leary, ist gestern mit einer guten und einer schlechten Nachricht für den Flughafen Niederrhein in Düsseldorf gelandet. Der Ire erklärte in der Landeshauptstadt, am Airport Weeze erwarte er in diesem Jahr 1,5 Millionen Passagiere. Weitere Reiseziele und stationierte Maschinen werde es aber erst geben, wenn die Probleme mit der Nachtflug-Regelung beseitigt seien. „Wir haben in den vergangenen Wochen mehrfach nicht in Weeze landen können, weil die Frist um wenige Minuten überschritten war“, sagte O’Leary. Der Flughafen Niederrhein ist zwischen 5 und 24 Uhr geöffnet.
Das starke Wachstum bei den Passagierzahlen nennt der Chef der Fluggesellschaft den „Ryanair-Effekt“. Vor einem Jahr hatte er Weeze zu einer der drei deutschen Basen seines Unternehmens ernannt, seitdem stiegen die Werte massiv. Zwischen dem Erstflug 2003 und heute sind drei Millionen Ryanair-Kunden am Niederrhein gestartet oder gelandet, allein in diesem Jahr sollen es 1,5 Millionen sein. „Die Niederländer haben mit ihrer Ökosteuer mehr für uns getan, als es uns mit Werbung jemals möglich gewesen wäre“, sagte O’Leary.
Gespräche mit Bezirksregierung
Als Grund für die jüngsten Schwierigkeiten mit der Nachtflug-Regelung nennt Flughafen-Sprecher Holger Terhorst die Witterung. „Das schlechte Wetter hat zu Verspätungen geführt, so dass die Flieger bei uns nicht mehr rein kommen durften.“
Ryanair und der Flughafen versuchen deshalb mit der Bezirksregierung eine Lösung zu finden. Terhorst: „Wir müssen einen Weg im Sinne der Passagiere finden, damit die nachts nicht noch nach Frankfurt-Hahn oder zu ähnlichen Flughäfen umgeleitet werden müssen.“ Die bisherigen Gespräche bezeichnete Terhorst als konstruktiv, er geht daher von einer „kurzfristigen Lösung“ des Problems aus. „Denn Ryanair setzt ja weiter voll auf den Standort Weeze und will ihn weiterentwickeln.“
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