Kleve: Ryanair-Personal: Die Nerven liegen blank
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 29.04.2009Kleve (RPO). kreis kleve "Die Ryanair-Leute haben uns viele Zahlen gesagt und eine Menge ,if'-Sätze. Eindeutige Essenz: Wenn die Flugzeiten nicht im Sinne der Airline festgelegt werden, wird der Standort aufgegeben. Am Freitag sollen wir endgültig Bescheid bekommen, was aus uns wird." Der junge Flugbegleiter steht mit einigen polnischen Kolleginnen um einen Ascher vor dem Terminalgebäude. Alle rauchen gestern am Nachmittag vermutlich noch mehr als sonst. "Die Stimmung ist schon sehr gedrückt, bei einigen liegen die Nerven blank. Insbesondere, wer hier heimisch geworden ist oder in einer festen Beziehung lebt, will nicht weg", sagen mehrere.
Ultimatum bekräftigt
Ryanair-Betriebsdirektor David O'Brien hatte sich gegen Mittag in Weeze vor Mitarbeitern zur Standort-Problematik geäußert. Wie der Bremer Stewart der RP berichtete, soll O'Brien dabei das bestehende Ultimatum bekräftigt haben. Ryanair werde bei einer Ausweitung des Nachtflugverbots die Basis aufgeben. Die Mitarbeiter würden dann auf andere Flughäfen verteilt. Allerdings sei die Gesellschaft bestrebt, den Standort zu halten. Unternehmenssprecherin Anja Seugling wollte zu dem Treffen keine Angaben machen.
"Wir hatten keine Möglichkeit, mit den Ryanair-Mitarbeitern zu sprechen", erzählte der RP eine Flughafen-Angestellte. "Nach dem Gespräch löste sich die Gruppe auf, die Leute fuhren weg oder verschwanden im Sicherheitsbereich."
Auch das Personal der Läden und Reisebüros hätte gerne Neues erfahren. "Es sind schließlich nicht nur die etwa 200 Weezer Ryanair-Mitarbeiter betroffen, sondern Tausende", sagt eine Frau. Sie kann nicht glauben, dass Ryanair Weeze so einfach aufgibt. "Angesichts der Entwicklung hier kann doch kein vernünftiger Geschäftsmann so handeln!", sagte sie im Gespräch mit der RP.
"Knallhart"
Der Reiseverkehrskaufmann ein Stück weiter sieht das anders: "Ryanair ist knallhart. Wenn's nicht nach O' Learys Regeln geht, spielt er nicht mehr mit. Das hat er schon an anderen Standorten gezeigt." Die Flugbegleiter denken schon mal nach, wo sie im Ernstfall eingesetzt würden.
Die nächsten zwei Monate, sagte der RP der Bremer Stewart, werde nach Auskunft der Führungskräfte im Rahmen des erlaubten Zeitfensters weiter geflogen..
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