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Kleve: Schleuse: Aus wäre Vereins-Tod

VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 20.01.2012

Kleve (RP). Die Schleuse Brienen ist ohne eine Millioneninvestition voraussichtlich verloren. Die Stadt Kleve will nach Wegen suchen, die Schleuse zu erhalten. Beigeordneter Jürgen Rauer: "Sonst bliebe nur ein armseliges Stück Kanal."

Vor allem die Freizeitschiff-Fahrt nutzt die Schleuse Brienen.  Foto:  Evers
Vor allem die Freizeitschiff-Fahrt nutzt die Schleuse Brienen. Foto: Evers

Ein Schreiben des Wasser- und Schifffahrtsamts, in dem Genaueres zur Zukunft der Schleuse Brienen erläutert ist, sei derzeit auf dem Postweg zur Stadt Kleve. Das sagte gestern Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer auf Anfrage der RP. "Wir wissen derzeit nicht, worüber wir reden, welche Mängel und welche damit verbundenen Kosten nach der Prüfung auf uns zukommen", so Rauer.

Das wiederum verwunderte den Pressesprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts Duisburg-Rhein, Bernd Schönfelder. Der schlechte Zustand der alten Schleuse und die dadurch anstehende Sanierung sei seit Jahren bekannt. "Wir haben nie verheimlicht, dass die Schleuse in schlechtem Zustand ist. Das weiß die Stadt aber auch selber. Der Bau ist über 100 Jahre alt, da ist klar, dass umfassende Sanierungen unabwendbar sind. Wie hoch genau die nötigen Investitionen ausfallen werden, wissen wir zwar erst nach dem Urteil der Gutachter. Aber wir reden mit Sicherheit von über drei Millionen Euro", sagte Schönfelder.

Info

Pumpwerk

Für den Fall, dass die Schleuse vorläufig oder sogar für längere Zeit stillgelegt würde, springt das Spoyschöpfwerk ein. "Die Wassererhaltung kann durch das Werk gesichert werden", bestätigte Bernhard Schlüß, Geschäftsführer des Deichverbandes.

Mittwoch hatte die RP berichtet, dass das Wasser- und Schifffahrtsamt die Schleuse Brienen im April einer Prüfung unterzieht, die vermutlich schlechte Ergebnisse zutage bringen wird. "Es gibt Mängel an den Toren und den Pfeilern, auf die das Hebewerk damals gebaut wurde", so Schönfelder. Bereits 2008 habe das Amt mit der Stadt über die Zukunft der Schleuse gesprochen. Weil mittlerweile keine Berufsschifffahrt mehr die Wasserstraße passiert und stattdessen nur Freizeitschifffahrt über Brienen abgewickelt wird, will der Bund voraussichtlich schon bald seine Trägerschaft abgeben. "Rechtlich muss dieser Abschnitt dann als Bundeswasserstraße entwidmet und ein neuer Betreiber gefunden werden", erklärte Schönfelder.

Für Jürgen Rauer ist klar, dass die Schleuse erhalten bleiben muss: "Wenn Fakten und Kosten feststehen, werden wir uns überlegen, wie wir die Schleuse in Betrieb halten." Die ganze Stadtplanung der vergangenen Jahre sei auf eine Schiff-Fahrt zwischen Spoykanal und Altrhein ausgerichtet und auch die Vereine, zu denen Ruderer, Kanufahrer und Segler zählen, seien auf die Schleuse angewiesen. "Wenn wir dort nur noch das Pumpwerk betreiben würden, bliebe auf Dauer lediglich ein armseliges Stück Kanal, das kaum mehr zu gebrauchen wäre", so Rauer.

In diesem Fall rechnet der Dezernent "mit einem gerechtfertigten Sturmlauf" von den Vereinen, die ihre Heimat am Kanal haben. Diesen Protest kündigt Werner Mulder von der Klever Segelgemeinschaft bereits an. "Mit der Schleuse steht und fällt unser Vereinsleben. Eine Stilllegung käme einer Katastrophe gleich", so der Geschäftsführer des Vereins. "Wir haben gerade erst unser neues 100 000 Euro teures Winterlager bezogen. Wenn wir im Frühjahr nicht mehr auf den Altrhein kommen, wäre diese Investition völlig sinnlos gewesen", sagt Mulder.

Auch Dieter Rapp, der für die Evangelische Jugend regelmäßige Fahrten mit dem Segelschiff Exodus unternimmt, ist geschockt. "Wir fühlen uns vor den Kopf gestoßen. Das stellt unsere ganze Zukunft infrage. Eine Stilllegung der Schleuse würde einen Großteil unserer Arbeit unmöglich machen."

Internet Mehr zum Thema unter www.rp-online.de/kleve

Quelle: RP/url


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