Bedburg-Hau: Schloss schließt schon im April
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 09:58Bedburg-Hau (RPO). Menschen ja, Bilder nein: Bei der Jahrespressekonferenz des Museums Schloss Moyland stellte Dr. Bettina Paust ihre neue Stellvertreterin Dr. Stefanie Heckmann vor. Was sich hinter den Mauern des Schlosses tut, blieb geheim.
Sie möchte die Spannung hoch halten. Dr. Bettina Paust lacht, schüttelt den Kopf. Zu sehen gibt es nichts. Keine Kunstwerke, keine Testhängungen, keine baulichen Veränderungen. "Nein", sagt sie, "bis zum Herbst 2011 müssen Sie sich gedulden." Erst dann ist die Neukonzeption der ständigen Sammlung im Museum Schloss Moyland, die sich durch den weltweit einzigartigen Bestand an Beuys-Arbeiten auszeichnet, zu sehen.
Abschied mit Tag der offenen Tür
Bis dahin gibt es in der Wechselausstellungshalle zwei Ausstellungen zu sehen (ausführlicher Bericht folgt) – "Landschaft ohne Horizont - Nah und Fern in der zeitgenössischen Fotografie" und "Beuys: Energieplan - Zeichnungen aus dem Museum Schloss Moyland". Park, Museumsladen und Café bleiben ebenfalls geöffnet.
Moyland in Zahlen
Besucher Im Jahr 2009 besuchten etwa 200 000 Menschen das Museum Schloss Moyland in Bedburg-Hau - 60 000 davon waren museale Besucher.
Investitionen Die Kosten für die Neukonzeption, die unter anderem vom Land finanziert werden, belaufen sich auf insgesamt 1,4 Millionen Euro – 600 000 Euro davon werden für bauliche Veränderungen benötigt.
Bis zum 12. April 2010 kann man zudem noch in den Genuss der umstrittenen "Moyländer Hängung" kommen, die es nach der Neukonzeption so nicht mehr geben wird, wie Paust stets betont. "Jeder, der sie noch nicht gesehen hat, oder der sich von ihr verabschieden möchte, hat am 10. und 11. April dazu Gelegenheit. Dann laden wir bei freiem Eintritt zum Tag der offenen Tür ein", sagt Paust. Einen Tag später schließt das Schloss seine Pforten. Ursprünglich war die Schließung für Oktober 2010 geplant.
"Um den Neueröffnungstermin der ständigen Sammlung fristgerecht einhalten zu können, schließen wir schon früher", so Paust bei der Jahrespressekonferenz, bei der sie gleichzeitig ihre neue Stellvertreterin vorstellte. Es ist Dr. Stefanie Heckmann, die zuvor im Deutschen Historischen Museum in Berlin wirkte.
Heckmann: "Ich war schockiert"
"Ich war schockiert", sagt Heckmann, als sie sich über das Museum Schloss Moyland kundig machte. So viel Hetze und Häme hätte sie nicht erwartet. Die Interviews von Dr. Bettina Paust haben sie jedoch überzeugt. "Sie machten deutlich, hier passiert etwas, hier ist Bewegung drin", so Heckmann, die daraufhin ihre Bewerbung in den Ring warf.
Ihre Aufgaben in Moyland sind Planung und Realisierung von Ausstellungen sowie Forschungsprojekte. Ebenfalls in die Neukonzeption der ständigen Sammlung, die die Schwerpunkte der Beuys-Werke stärker betonen soll, ist Heckmann mit eingebunden. "Ohne das neue Konzept zu kennen, hatte ich ähnliche Vorstellungen", sagt die 1963 in Gelsenkirchen geborene, promovierte Kunsthistorikerin. Für eine Frau, die Bettina Paust vertreten soll, kein schlechter Einstieg.
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