Kleve: Schüler haben wegen Hitze frei
VON GUIDO SCHWARTGES - zuletzt aktualisiert: 02.07.2010 - 10:38Kleve (RPO). Wie Schulen auf die hohen Temperaturen reagieren, ist ihnen freigestellt. Unabhängig von der Schulform gibt es derzeit aber viel Hitzefrei. Die Krankenhäuser reagieren nicht auf die Hitze, sind aber vorbereitet.
Heute erwartete Temperaturen von bis zu 36 Grad können zu einer echten Qual werden. Immerhin können sich die Freibäder darüber freuen, denn die haben derzeit Hochkonjunktur. Nicht zuletzt dank zahlreicher Schüler, die Hitzefrei bekommen. Eine klare Regelung dazu, wann Schüler frei bekommen, gibt es allerdings nicht. "Die Entscheidung liegt letztlich im Ermessen der Schulleitung", erklärt Kreissprecher Eduard Großkämper. Laut Erlass des nordrhein-westfälischen Kultusministeriums ist die Grenze, ab der Schülern frei gegeben werden kann, eine Raumtemperatur von 27 Grad.
Versorgung
In den Krankenhäusern stehen ausreichend Kapazitäten bereit, um alle Notfälle zu versorgen. Das Personal ist in der Lage, Patienten die durch die Hitze bedingt zusätzlich kommen, zu versorgen. Häufig bräuchten diese nur Flüssigkeit und gingen dann wieder nach Hause, erklärt Inge van Dülmen.
Unterricht umgelagert
Im Konrad Adenauer Gymnasium (KAG) in Kleve-Kellen gab es gestern beispielsweise zum ersten Mal Hitzefrei. "Wir haben von Montag bis Mittwoch die auf der Südseite gelegenen Klassen in kühlere Räume umgelagert", sagt Gerhard van Leewen, Schulleiter des KAG. Bei den für heute erwarteten Temperaturen wurde im Vorfeld beschlossen die 5. und 6. Schulstunde frei zu geben. Die frühzeitige Entscheidung dazu sei wichtig, da auch viele Fahrschüler das Gymnasium besuchten, deren An- oder Abreise eingeplant werden müsse. Dies sieht der Erlass zum Hitzefrei übrigens auch vor.
An der Hanna-Heiber-Hauptschule, die einen Ganztagsbetrieb unterhält, versucht man bereits die ganze Woche mit den hohen Temperaturen umzugehen. "Wir haben den Unterricht nach Information der Eltern umgestellt", erklärt Schulleiter Bernd Rütten. Der Unterricht wurde dabei auf den Kernbereich bis 11.30 Uhr reduziert. Dafür beginnt der Ganztag ganz flexibel direkt im Anschluss. Und: "Die Schüler kommen", wie Rütten betont. Wird das Wetter noch extremer, überdenkt die Schule Kurzstunden einzuführen, um dennoch alle Fächer zu berücksichtigen.
An der Leni-Valk-Realschule in Goch ist in den letzten Tagen bereits die sechste Stunde ausgefallen. Vielfach sei auch Unterricht nach draußen verlegt worden, erklärt Tilman Latzel, der stellvertretende Schulleiter. Der Altbau der Schule heize sich extrem auf, so dass versucht wurde, auf diese Weise eine Arbeitsatmosphäre beizubehalten. Dank eines Wandertages, müssen die Schüler heute nicht in die Schule. Für einige Klassen steht die Beschäftigung im und auf dem Wasser auf dem Programm.
In den Krankenhäusern wird erst einmal gar nicht auf die Hitze reagiert. Die OP's sind klimatisiert und Personal wird auch nicht zurückgefahren. "Es ist wichtig, dass die Menschen genug trinken", erklärt Inge van Dülmen, Pflegedienstleitung im Klever Krankenhaus. Dies gälte sowohl für die Patienten, als auch für alle anderen Menschen – besonders sehr junge und alte.
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