Kleve: Schule muss schließen
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 22.03.2007Kleve (RPO). Mit Mehrheit beschloss der Rat der Stadt Kleve gestern Abend, dass an der Sankt-Lambertus-Schule in Donsbrüggen ab dem Schuljahr 2008/2009 keine Kinder mehr aufgenommen werden. Ab dann läuft die Schule aus
Donsbrüggen hat lediglich eine theoretische Galgenfrist: Der Rat beschloss nicht wie der Schulausschuss empfohlen hatte, die Schule bereits ab dem kommenden Schuljahr auslaufen zu lassen, sondern so, wie von der Bezirksregierung gefordert, erst ab 08/09 keine Kinder mehr aufzunehmen. Ein Antrag der SPD-Fraktion, die Entscheidung zu vertagen, damit die Eltern noch Bedenkzeit haben, wurde mit Mehrheit abgelehnt.
Appell an die Politik
Auch der eindringliche Appell von Donsbrüggens Pastor Weskamp an die Klever Ratsherren und -damen nutzte nichts mehr. „Was vergibt sich der Rat, seine Entscheidung erst in vier Wochen zu fällen, damit sich die Bürger in unserer Ortschaft vielleicht doch noch für ihre Schule entschließen können?“, focht der Geistliche für die Schule in seinem Ort. Er und viele Mitstreiter, Eltern und Bewohner des Ortes, waren gekommen, vielleicht noch mehr als eine Galgenfrist für die Schule Donsbrüggen zu bekommen. Faktisch hatte sich aber, wie die Verwaltung auf Nachfragen von Dr. Artur Leenders (Grüne) nichts geändert: Es lagen auch gestern Abend keine Anmeldungen für das kommende Schuljahr vor. Und selbst wenn man dieses Schuljahr 2007/2008 noch eine erste Klasse hätte einrichten können, hätte die Bezirksregierung auf das Auslaufen der Grundschule im folgenden Schuljahr (08/09) bestanden, wie Bürgermeister Theo Brauer als lange Antwort auf die kurze Frage des Grünen-Politikers nochmals ausführlich erläuterte: Die Stadt habe für Donsbrüggen lediglich eine Option bekommen, in der Dorfschule weniger als 18 Kinder anzunehmen, wenn sie danach definitiv ausläufen würde, so Brauer gestern Abend. Auch verwies Brauer mit Blick auf die vielen Gäste im Ratssaal darauf, dass sich die Eltern anders entschieden haben.
Klare Verhältnisse
Leenders konstatierte: „Wir unterhalten uns also nur noch darüber, ob die Schule dieses oder nächstes Jahr ausläuft“. Und CDU-Fraktionschef Udo Janssen mahnte an, es sei ehrlicher, jetzt klare Verhältnisse zu schaffen: „Es geht auch um die soziale Bindung innerhalb des Ortes. Das kann ich verstehen. Es tut mir natürlich leid um die kleine Schule. Aber wenn zuwenig KInder da sind, muss ich ehrlich sagen: Die Schule läuft aus!“ SPD-Fraktionschef Alexander Frantz hingegen plädiierte für eine Vertagung des Themas: „Auch wenn ich heute keine neuen Erkenntnisse in der Sache habe, so glaube ich doch, dass es in Donsbrüggen noch Diskussionsbedarf gibt. Den sollten wir den Eltern und Bürgern geben“.
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