Kleve: Schulstreit: Stadt fragt Schüler
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 11.11.2011Kleve (RP). Dienstag startet die heiße Phase um die Schuldiskussion im Klever Land. Ab Mittwoch werden rund 3200 Kinder befragt. Räte stimmten für Sekundarschulen. Die Elterninitiative möchte Gesamtschule und Sekundarschulen.
kleve/Bedburg-Hau/kranenburg Die Diskussion um die Zukunft der Schulen im Klever Land geht in die heiße Phase. Am Dienstag sollen alle Grundschuleltern in der Mehrzweckhalle Materborn informiert werden. Am Mittwoch werden die Fragebögen an den Grundschulen verteilt und an die Eltern der betroffenen Kindergärten verschickt. Darüber informierte der Klever Bürgermeister Theo Brauer die Mitglieder des Rates der Stadt. Betroffen sind rund 3200 Kinder in den Grundschulen und Kindergärten der drei Gemeinden, so Annette Wier, Leiterin des Fachbereichs Schule und Kultur der Stadt Kleve.
Streit gab's im Rat schon über die Zusammensetzung des Briefpackens, der am Fragebogen hängt. Denn in einem Faltblatt plädieren die Bürgermeister der drei Gemeinden Bedburg-Hau, Kleve und Kranenburg eindeutig für die Sekundarschule: Die garantiere längeres gemeinsames lernen (keine Aufteilung nach Haupt-, Realschule oder Gymnasium), eine individuelle Förderung, die Integration von Beginn an und nicht zuletzt den Ganztagsschul-Betrieb, schreiben die Bürgermeister Peter Driessen (Bedburg-Hau), Theo Brauer (Kleve) und Günter Steins (Kranenburg). Weiter heißt es, fett gedruckt: "Die Sekundarschule nimmt jedes Kind unabhängig vom Grundschulgutachten auf. Die Sekundarschule hält alle Möglichkeiten für die Schullaufbahn offen".
Info-Abend
Der Info-Abend zur künftigen Schullandschaft in Kleve ist am Dienstag, 15. November, 19 Uhr, in der Mehrzweckhalle Materborn. Dort werden die Eltern zu den verschiedenen Schulformen informiert. Als Vertreter der Bezirksregierung kommt Heinz Gniostko. Sigrid Beer, Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Landtag und Schulexpertin, wird über die Landespolitik informieren. Dr. Detlef Garbe stellt die Schulsituation im Klever Land vor.
Das sei eine einseitige Bevorzugung der Sekundarschule zulasten der Gesamtschule bemängelte Christian Nitsch (SPD). Dem hielten Vertreter von CDU und Grüne den einstimmigen Ratsbeschluss entgegen. Außerdem heiße es im Anschreiben, dass "auch die Gesamtschule (...) durchaus entwickelt werden" könne, wenn die Eltern diese wünschten. Zusätzlich liegt dem Papier eine mehrseitige Info über die Schulformen Gymnasium, Gesamtschule und Sekundarschule bei.
Den angehängten Fragebogen, der den Elternwillen zur künftigen Schullandschaft erkunden soll, muss bis zum 21. November ausgefüllt wieder bei der Klassenlehrerin abgegeben werden. "Diese Erklärung ist für die Eltern nicht bindend", sagt Annette Wier. Sie helfe aber, auf der Basis des Elternwillens die Gründung einer neuen Sekundarschule oder einer Gesamtschule voranzutreiben, so die Fachbereichsleiterin.
Es wird abgefragt, welche Grundschulklasse das Kind besucht und auf welche Schule es gehen soll, wenn die Schullandschaft unverändert bliebe. Darüber hinaus fragt der Bogen ab, ob das Kind zur Gesamtschule oder zur Sekundarschule gehen soll, wenn es diese Schulformen geben sollte. Auch möchte Wiers Fachbereich wissen, welchen Schulabschluss das Kind einmal haben sollte. Die Antworten gehen an Garbe-Consult und sollen dort ausgewertet werden.
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