Kreis Kleve: Schwanger im reifen Alter
zuletzt aktualisiert: 08.12.2006Kreis Kleve (RPO). Gestern konnten wir’s lesen: Der TV-Star Barbara Eligmann wird noch einmal Mama – mit immerhin 43 Jahren. Ist das nicht ein bisschen spät ? Oder liegt die Journalistin damit genau im Trend ? RP-Redakteurin Kerstin Olañeta sprach mit Dr. Heinz Schoelen, Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Wilhelm-Anton-Hospital in Goch, über ältere Schwangere und deren Risiken.
Wäre Barbara Eligmann in Ihrem Krankenhaus eine Ausnahme ?
Dr. Heinz Schoelen Nein, seit zehn Jahren beobachten wir den Trend, dass Schwangere, vor allem die Erstgebärenden, zunehmend älter werden. Das liegt unter anderem an den veränderten sozialen Strukturen in unserer Gesellschaft – viele Frauen studieren, wollen zunächst eine Weile arbeiten – und dann erst schwanger werden.
Welche Risiken birgt eine solche späte Schwangerschaft ?
Dr. Schoelen Wenn die Frauen gesund sind, kein Übergewicht oder Stoffwechsel-Erkrankungen haben, sich ausreichend bewegen und nicht rauchen, haben ältere Schwangere kein höheres körperliches Risiko als junge Frauen. Wohl aber die genetische Situation birgt ein relativ erhöhtes Risiko: Ab 35 Jahren steigt die Gefahr einer chromosomalen Störung des Kindes an. Allerdings ist dieses Alter, ab dem der Arzt dann auch weiter gehende schwangerschaftsunterstützende Untersuchungen empfiehlt, recht willkürlich festgelegt worden – irgendwo muss man schließlich eine Grenze ziehen.
Welche weiter gehenden Untersuchungen werden Frauen ab 35 Jahren ans Herz gelegt ?
Dr. Schoelen Zum Beispiel die Nackenfalten-Messung in Verbindung mit Hormonanalysen, mit der man das Risiko für eine Trisomie 21, also das Down-Syndrom, ermitteln kann oder die Fruchtwasser-Untersuchung. Diese birgt allerdings ein gewisses Fehlgeburts-Risiko.
Würden Sie Frauen ab einem gewissen Alter abraten, schwanger zu werden ?
Dr. Schoelen Nein. Ich kann allen Frauen nur zuraten, schwanger zu werden, sonst sterben wir irgendwann aus. Man sollte eine Schwangerschaft nicht unter dem Aspekt einer möglichen Schädigung angehen, sondern in Freude auf ein vermutlich gesundes Kind.
Vielen Dank für das Gespräch!
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