Kleve: "selten gehört" im Schloss
VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Kleve (RPO). Die stellvertretende Direktorin von Museum Schloss Moyland heißt Dr. Stefanie Heckmann – damit ist die Moylands Mannschaft ein gutes Stück weiter. Stephan Froleyks wird mit seiner Reihe "selten gehört" Akzente in die Musiklandschaft setzen und lädt zu intimen Konzerten ein.
Die Kunsthistorikerin Dr. Stefanie Heckmann wird die stellvertretende Direktorin von Museum Schloss Moyland. Die 47-Jährige studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Stuttgart und Heidelberg. Sie war 1991/92 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei den Städtischen Museen Heilbronn, anschließend bis 1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule der Künste Berlin, bevor sie von 1998 bis 2000 bei den Staatlichen Museen Kassel in der Graphischen Sammlung volontierte.
Bis zu ihrer Einstellung als stellvertretende Museumsdirektorin von Museum Schloss Moyland arbeitete sie in Berlin als freie Kunsthistorikerin und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Damit ist die Führungsmannschaft des Museums Schloss Moyland wieder komplett, wie die RP am Rande der Vorstellung der neuen "selten-gehört-Reihe" erfuhr und wie es Direktorin Dr. Bettina Paust gestern bestätigte.
Drei Konzerte
"Wegen des Umbaus schließen wir eben nicht– wie manche das immer falsch verstehen. Ganz im Gegenteil", betonte Paust. Das zeigten schon die vielen kulturellen Aktivitäten, wie am morgigen Sonntag um 11 Uhr die Überbrettl-Lieder aus der Reihe Colla Voce, die Lese-Reihe Wortlaut oder die traditionsreiche musikalische Reihe "selten gehört". "Und das werden auch unsere Ausstellungen zeigen", sagt sie.
Die werden in der Vorburg II zu sehen sein. Lediglich die Räume im Schloss werden einen gewissen Zeitraum nicht mehr fürs Publikum zugänglich sein. Dann will Moyland wie eine Ausstellungshalle mit großen Präsentationen punkten und mit seinem bewährten Kulturprogramm Akzente setzen.
Einen Akzent in die Musikszene wird auf jeden Fall Stephan Froleyks mit seinen drei Abenden setzen. Mit drei Konzerten, die spannend und entspannend seien, so Froleyks. "Hier kann man eine Intimität zu den Musikern genießen, die sonst kaum möglich ist", verspricht der Musiker mit Blick auf den Zwirner-Saal, in dem die drei Konzerte gegeben werden.
Er selbst wird als Schlagwerker zusammen mit Rohan de Saram das erste Konzert bestreiten. Der ist nicht nur exzellenter Cellist, sondern auch hervorragender Trommler. Dann ist das Cello nicht mehr nur Streichinstrument, sondern auch faszinierender Rhythmus-Geber. Rohan de Saram wird Solostücke für Violoncello von Bach, Kodaly und Xenakis geben. Mit Froleyks stehen Improvisationen und die Uraufführung einer Komposition des in London lebenden Komponisten Rolf Gelhaar auf dem Programm. Das Konzert ist am 6. März, 20 Uhr, im Zwirnersaal.
Als Fest im Zwirnersaal auf allerhöchstem Niveau, kündigt Froleyks das zweite Konzert am 16. April an. Frank Bungarten, befreundet mit dem Fotografen und Filmer Thomas Struth, wird klassische Gitarrenmusik von Bach bis Henze geben. Den internationalen Ritterschlag bekam Bungarten 1981, als ihm kein Geringerer als Gitarren-Altmeister Andrés Segovia den ersten Preis des Gitarren-Wettbewerbs von Granada verlieh. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.
"Die Freundliche Übernahme" ist der Name eines vielversprechenden Jazz-Trios, dessen Mitglieder alle unter 30 trotzdem "ganz schön abgezockte Musiker sind", sagt Froleyks, und freut sich auf ein besonderes Konzert. 2009 bekamen sie den WDR-Jazzpreis. Es spielen Niels Klein (Saxofon), Robert Landfermann (Kontrabass) und Jonas Burgwinkel (Schlagzeug).
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