Kreis Kleve: Sie suchen einen Studienplatz
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 01.02.2012Kreis Kleve (RP). Beim Deutsch-Niederländischen Hochschultag im Berufskolleg Kleve informierten sich angehende Studenten über die Ausbildung im Nachbarland. Die künftigen Akademiker schätzen kleine Lerngruppen und die gute Betreuung.
Maximilian Kastens war extra aus Düsseldorf nach Kleve gekommen, um sich über seine Zukunft zu informieren. Der 19-jährige Gymnasiast, der bald sein Abi ablegt, möchte in den Niederlanden Psychologie oder Kommunikationswissenschaften an der Universität Twente studieren. "Twente hat einen exzellenten Ruf. Vor allem gibt es in Holland keinen Numerus clausus wie in Deutschland", sagt der junge Mann. Außerdem komme er von Twente schnell nach Hause.
Viele deutsche Studenten absolvierten ihr Studium bereits im Nachbarland. Kein Numerus clausus (NC), intensive Begleitung durch Lehrer, viele Studiengänge in englischer Sprache, hochmoderne Ausstattung der Unis und Fachhochschulen vor der Haustür sowie die internationale Ausrichtung der Ausbildung machten das Nachbarland für angehende Akademiker aus Deutschland interessant, betont der Geschäftsführer der Euregio Rhein-Waal, Sjaak Kamps. Das sahen gestern auch viele junge Menschen, die sich beim Deutsch-Niederländischen Hochschulschultag im Berufskolleg Kleve Ratschläge für ihre Zukunft holten.
Zwölf Hochschulen
Die Euregio, das Berufskolleg Kleve und die Education GmbH aus Rheine luden als Veranstalter für den Hochschultag Gymnasiasten aus den Kreisen Wesel und Kleve ein. Zwölf Hochschulen präsentierten sich, darunter die Hochschule Rhein-Waal. Viele Jugendliche kamen aus NRW. Sie erfuhren übers Internet von dem Tag.
Autos mit Nummernschildern aus Unna, dem Hochsauerlandkreis oder dem Kreis Lippe vor dem Schulgebäude dokumentierten, wie beliebt die akademische Ausbildung im Nachbarland ist. Mittlerweile schätzen fast 22 500 junge Menschen aus der Bundesrepublik das Lernen bei den Niederländern.
Davon ist auch Madita Pries aus Issum angetan. Die 18-Jährige will an der Hochschule Arnheim-Nimwegen Sozialpädagogik studieren, weil ihre Freundinnen begeistert von der Ausbildung sind. Kleine Lerngruppen und die persönliche Betreuung der Dozenten seien im Nachbarland gegenüber Deutschland ein großes Plus, betont die 18-Jährige. Diese Meinung bestätigten junge Deutsche, die an den Ständen der Hochschulen über ihre Erfahrungen als Studenten in Holland informierten.
Beim Kampf um die klugen Köpfe der Zukunft setzen die Niederländer auch auf Deutsche. Viele niederländische Rektoren sähen ausländische Studenten als Qualitätsgarantie, so Kamps. Deutsche seien sehr zielstrebig, berichtet Regine Bechler aus ihrem Alltag. Die Dozentin gibt an der Avans-Hochschule für Deutsche niederländische Sprachkurse, damit die angehenden Akademiker an einem der drei Avans-Standorte im Nachbarland den Einstieg schaffen. Die Deutschen seien im Schnitt leistungsorientierter als Niederländer.
"Das liegt wohl daran, dass Arbeitgeber in der Bundesrepublik bei der Bewerbung die Studiennoten sehen wollen", so Bechler. In den Niederlanden wollten die Firmen die Noten nicht wissen. Sie setzten auf die Praxisorientierung.
Info www.studieren-in-holland.de
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