Kleve: So jung ist die Funker-Show
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Kleve (RP). Chaoten und Funker-Twens feierten 30. Geburtstag auf der Schwanenfunker-Bühne. Chaoten-Truppe zelebrierte herrlichen Klamauk aus vergangenen Jahrzehnten. Funker-Twens waren beim grandiosen Auftritt umjubelt.
Sich immer wieder neu erfinden, dabei seinen Ansprüchen treu bleiben und trotzdem die hohen Erwartungen des Publikums erfüllen – das ist der Anspruch ausgezeichneter Karnevalisten.
Die Schwanenfunker haben diese Herausforderung bei ihrer Prunksitzung in der Klever Stadthalle erneut mit meisterhafter Perfektion bewältigt. Diese karnevalistische Kunst beherrschen in hervorragender Manier die Funker-Twens und die Chaoten. Beide Gruppen feierten ihren 30. Geburtstag, stehen für die Wandlungsfähigkeit und dafür, dass heimatverbundener Humor Zukunft hat.
Obwohl sie altersmäßig keine "Twens" mehr sind, dürfen André Budde, Jürgen Hecht, Thomas Schumacher und Rainer Ulrichs sich weiterhin Funker-Twens nennen. Dass sie im Herzen und Kopf jung geblieben sind, hat das grandiose Quartett bei seinem umjubelten Auftritt gezeigt. Wieder einmal waren die musikalischen Parodien eine Sternstunde der Session.
Tanzmädchen gesucht
Das Sitzungsmotto "Retzkadi, de Geit es loss" heißt frei übersetzt: "Hoppla, jetzt komm ich!" Beide Tanzgruppen der Schwanenfunker suchen Nachwuchs. Mädchen von 10 bis 14 Jahren, die Spaß am Tanz, Musik in Blut und Beinen haben, können sich an Daniel Hütten Tel. 02821 4808426 wenden. Junge Damen ab 16 Jahre können bei der Showtanzgruppe auftreten. Auskünfte erteilt hier Mara Lousee unter Tel. 02821 715420.
Ihre schrägen Auftritte sind herrlicher Klamauk. Die Chaoten unter der Leitung von Herbert Krahnen präsentierten akrobatisch die besten Szenen ihrer 30-jährigen Geschichte. Eine köstliche Persiflage auf einen Funkemariechen-Tanz zelebrierten Fred Quinkertz und Walters Heicks. Vollkommen abgedreht war Berta Püplichhuisen (Michael Rübo) aus Warbeyen, die sich als ausgeflippte Tina Turner den alten Wollmantel von ihrem Leibe riss.
Prinz Thommy "der Bärige" organsierte mit seinem Vollblut-Musiker Stefan Quinkertz eine Party pur. Nach dem Kleve-Lied ist der Text des Prinzen-Songs und die rockige Melodie wieder ein bleibender Ohrwurm von Stefan Quinkertz.
Die Symbolfigur des heimischen Karnevals, der Klever Narr (Michael Rübo), las der Obrigkeit wie gewohnt die Leviten. Perfekt einstudiert war zuvor der Gardetanz der jungen Mädchentruppe. Eine wunderbare und junge Funker-Show zeigten die Funkerblaagen mit Christian und Tobias Budde, Markus Hecht, Lena Kühnen, Jan-Wellem und Peter Leukers, Katrin Roth und Lisa Weiß bei ihrem musikalischen Streifzug von den 60-er Jahren bis heute.
Kleve baut ein Rathaus, das in den Wolken liegt, oder die Madonna-Figur auf der Gruft waren einige Höhepunkte der rassigen Parodien des Funker-Chores. Zu diesen Sängern gehören seit 50 Jahren ununterbrochen auf der Bühne Winfried Dönisch und Helmut Schumacher, der seinen Abschied als Aktiver nimmt.
Das Publikum dankte Helmut Schumacher für fünf begeisternde Jahrzehnte mit stehenden Ovationen. Die Klever Gesprächsrunde mit Herbert Krahnen und Michael Rübo amüsierte sich über die geplante Seilbahn von Kleve nach Nimwegen. Einen fantastischen Showtanz legten die Funkerschwänchen als Lady Gaga aufs Parkett. Zündende Bütten von Bruno Kleindorp und vor allem von Bernd Thiele sowie die Super-Bütt von Michael Hövelmann machten die Funker-Sitzung letztlich wieder zu einem Höhepunkt der karnevalistischen Session.
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