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Kreis Kleve: So wenig Verkehrstote wie nie

VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 17:03

Die Kreispolizeibehörde Kleve legte am Dienstag die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2009 vor. Einen historischen Tiefstand hat die Zahl der Unfalltoten erreicht. 18 Personen starben auf den Straßen des Kreises.

Am 1. Dezember 2009 prallte eine Frau in Keeken gegen einen Baum. Sie starb wenig später an der Unfallstelle.  Foto: Gottfried Evers
Am 1. Dezember 2009 prallte eine Frau in Keeken gegen einen Baum. Sie starb wenig später an der Unfallstelle. Foto: Gottfried Evers

Die Zahl der Verkehrstoten im Kreis Kleve ist auf den niedrigsten Stand gesunken, seitdem diese Daten erfasst werden. 18 Personen verunglückten 2009 auf den Straßen des Kreises Kleve tödlich. Ein Jahr zuvor, 2008, waren es noch 34. Zum Vergleich: 1975 verunglückten auf den Kreisstraßen noch 93 Personen tödlich. Landrat Wolfgang Spreen ist angesichts der Zahlen jedoch weit davon entfernt, in Euphorie auszubrechen: „Wir haben im Kreis Kleve eine erfreuliche Entwicklung. Dennoch, jeder Tote ist einer zuviel.”

Die 18 Opfer kamen bei 15 Unfällen ums Leben. Bei sieben davon war der Aufprall gegen einen Baum die Todesursache.

Geschwindigkeitskontrollen

Info
Junge Fahrer

Auffällig ist die hohe Quote der „jungen Fahrer” (Alter von 18 bis 24 Jahren) bei den Verkehrsunfalltoten. Sechs junge Erwachsene verloren 2009 ihr Leben im Straßenverkehr. Dies bedeutet, dass ein Drittel der Getöteten dieser Altersgruppe angehören, die jedoch lediglich acht Prozent am Bevölkerungsanteil ausmacht. In der Kategorie Kradfahrer gab es 2009 nicht einen Verkehrsunfalltoten im Kreis zu beklagen.

Auf der Suche nach Gründen für die knapp 50 Prozent weniger Verkehrstoten nannte Spreen auch die Arbeit der Kreispolizeibehörde. Prävention und Kontrollen seien zwei Faktoren, die dazu beigetragen hätten, so der Landrat. „Es geht nicht darum, die Bürger zu ärgern, es sollen Unfälle vermieden werden”, betont Spreen. Vor allem die Geschwindigkeitskontrollen scheinen ihr Ziel nicht zu verfehlen, zumal die Hauptunfallursache immer noch überhöhte Geschwindigkeit ist. Als einen weiteren Grund für weniger Unfalltote wurde der gute Zustand der Straßen angegeben.

Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Schwerverletzten. Diese fiel um elf Prozent von 335 auf 297 Personen. Insgesamt stieg jedoch die Zahl der bei einem Verkehrsunfall Verunglückten leicht an, um 0,2 Prozent (2008: 1454; 2009: 1457). Das Risiko, im Kreis Kleve bei einem Verkehrsunfall getötet oder verletzt zu werden, liegt trotz der positiven Entwicklung deutlich über dem Landesdurchschnitt. Einen Grund dafür nannte Polizeidirektor Günter Lange, der die Zahlen präsentierte: „Wenn es hier rappelt, dann rappelt es richtig.”

Eine Risikogruppe im Verkehr stellen die Radfahrer da. Sie sind in der Kategorie „Summe der Verunglückten” überproportional vertreten. Mit 27 Prozent ist der Anteil der Fahrradfahrer an der Gesamtzahl der Verunglückten nochmals gestiegen. Während in nahezu allen Bereichen die Zahl der Schwerverletzten sank, stieg diese bei den Fahrradfahrern um zehn auf 78 Personen an. Zwei Radfahrer wurden bei Verkehrsunfällen getötet. Diesen Verkehrsteilnehmern will die Kreispolizei demnächst mehr Beachtung schenken. Das Fehlverhalten soll verstärkt sanktioniert werden. Falsche Fahrbahnbenutzung oder auch der mangelhafte Zustand des Rades sind Hauptursachen für die Unfälle.

Was die Kategorie „Unfallflucht” betrifft, so verabschieden sich immer mehr Verursacher vom Ort des Geschehens. Mittlerweile hat jeder Fünfte nach einem Unfall offenbar Wichtigeres zu tun, als sich um den verursachten Schaden zu kümmern. Knapp die Hälfte der Verkehrsunfallfluchten konnte jedoch aufgeklärt werden.


 
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