Kleve: "Spange schafft Kultur-Achse"
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 18.09.2010Kleve (RPO). Die Diskussion um die so genannte Querspange zwischen B9 und Landwehr beflügelt die Fantasie der Planer. Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer will die Tiergartenstraße zu Kleves "Kultur-Achse" ausbauen.
Die Rinderner und die Donsbrüggener haben ihre Meinung zur Querspange bereits kundgetan – und zwar eindeutig. "Ich habe bislang wenig positive Stimmen für die Spange vernommen", sagte gestern Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer. Nun warfen die Unternehmer der Schwanenstadt gefragt, ihre Ansichten für die geplante 1,4 Kilometer lange Entlastungsstraße vorzubringen. Beim "Business-Frühstück" im Technologie-Zentrum zeigten gestern 140 von ihnen zumindest reges Interesse für dieses Thema.
Zur Begrüßung der Gäste durch Bürgermeister Theo Brauer und Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl gab's aber erstmal ordentlich Medienschelte. So ließ Röhl die Unternehmer wissen, dass die Presse durch "nicht tiefgehende Recherche Halbwissen" verbreite, das "Investoren schadet". Es sei "bewusst missverständlich formuliert worden, statt Begrifflichkeiten zu wählen, die den Standort fördern und ihm nicht schaden". Auch was das Thema Querspange angehe, seien "Halbwissen, Populismus und Unsachlichkeiten" weit verbreitet. Sachinformationen zum Thema Querspange lieferte dann Jürgen Rauer.
Daten zur Querspange
Länge 1,4 Kilometer
Geplante Kosten 2,2 Millionen Euro, finanziert durch Bund und Land.
Zeitrahmen Dem Klever Stadtrat soll im kommenden Frühjahr als Entscheidungshilfe ein Meinungsbild möglichst vieler Klever Bürger vorgelegt werden. Rauer forderte die Unternehmer auf, der Stadtverwaltung ihre Ansicht zur geplanten Straße schriftlich zu übermitteln.
Verkehr verteilen
Die geplante Trasse zwischen Rindern und Donsbrüggen solle dafür sorgen, den Verkehr, der in die Stadt hinein führt, besser zu verteilen. Derzeit werde die Tiergartenstraße von 12 000 Autos am Tag befahren. Prognosen gingen davon aus, dass es im Jahr 2020 13 000 Autos sein werden. Die Tiergartenstraße habe zwei entscheidende Nachteile: Sie durchschneide Kleves historische Gartenanlagen und lasse an der Kreuzung mit der Gruftstraße einen Knotenpunkt entstehen – "ein Problemfeld", so Rauer, "das sich noch weiter verstärken wird". Er sei davon überzeugt, dass sich durch die geplante Trennung der Straße eine Entlastung ergeben werde. "Die Verkehre werden sich in Donsbrüggen halbieren", betonte Rauer. Gleichwohl sei der Bau der Querspange nicht konfliktfrei. Sie führe durch ein Bodendenkmal-Gebiet. Außerdem seien "Bevölkerungsbereiche betroffen. In Rindern Süd tritt eine Belastung auf. Die ist aber normiert und erträglich", sagte Rauer. Abhilfe könne auch ein Lärmschutz für die Bewohner des Havik schaffen. Donsbrüggen habe indes nicht mit einer nennenswerten Mehrbelastung zu rechnen.
Der Unternehmensberater Harald Korth warf die Frage auf, was denn mit der Tiergartenstraße passiert, wenn die Querstange gebaut wird. Dazu Rauer: "Vielleicht könnte man am Tiergarten einen verkehrsberuhigten und gepflasterten Bereich schaffen. Der Eiserne Mann könnte auf die Straßenachse versetzt, der Verkehr um ihn herum geleitet werden." An der Gruft könnte man, so Rauer weiter, einen Kreisverkehrs und eine Stele darin installieren. "Das würde dann Kleves Kultur-Achse sein."
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