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Kleve: SPD: Gymnasien ins Boot holen

VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 10.06.2011 - 18:39

Kleve (RP). Die SPD-Ortsvereine Bedburg-Hau, Kranenburg und Kleve fordern zum Schuljahr 2012/13 die Einführung einer Gemeinschaftsschule mit eigener Oberstufe und Abitur nach 13 Jahren. Gesamtschule wäre auch denkbar.

Stellten ihr gemeinsames Konzept vor (v. l.): Friedhelm Kahm (Schulausschussvorsitzender Kranenburg), Jürgen Franken (SPD Kranenburg), Wilhelm van Beek (SPD Bedburg-Hau) und Josef Berg (SPD Kleve).   Foto:  Gottfried Evers
Stellten ihr gemeinsames Konzept vor (v. l.): Friedhelm Kahm (Schulausschussvorsitzender Kranenburg), Jürgen Franken (SPD Kranenburg), Wilhelm van Beek (SPD Bedburg-Hau) und Josef Berg (SPD Kleve). Foto: Gottfried Evers

Die Gymnasien dürfen nicht länger als "heilige Kühe" behandelt werden, müssen ins Modell einer Gemeinschaftsschule mit einbezogen werden. Das ist die Kernaussage des gemeinsamen Konzepts der SPD-Ortsvereine Bedburg-Hau, Kranenburg und Kleve, das deren Vertreter gestern im Klever Kolpinghaus vorstellten. Gleichzeitig mahnen sie die Stadt Kleve, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen. "Wir fordern die Stadt Kleve auf, zu unserem Beschlussvorschlag Stellung zu beziehen", betont Jürgen Franken, SPD-Fraktionsvorsitzender in Kranenburg.

Standorte erhalten

Das Modell im Detail: Favorisiert wird die Gemeinschaftsschule mit Teilstandorten in Bedburg-Hau und Kranenburg. Darin sollen alle bisher vor Ort vorhandenen Schulformen berücksichtigt werden – auch das Gymnasium. "Wichtig ist uns, dass das G9-Abitur möglich sein muss", sagt Josef Berg, schulpolitischer Sprecher der Klever SPD-Fraktion. Die neue Schulform soll längeres gemeinsames Lernen in einer integrativen Form ermöglichen. Friedhelm Kahm, Gymnasiallehrer und Schulausschussvorsitzender in Kranenburg, drückt dies so aus: "Wenn man von Selektion sprechen will, dann so: Wir selektieren ab Jahrgangsstufe fünf. Die einzelnen Talente und Stärken der Kinder sollen erkannt und gefördert werden. Wir wollen nicht auf Schwächen hinweisen und in Säulen gliedern."

Info

Sauerland-Urteil

Die Gefahr, dass die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts, die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule im sauerländischen Finnentrop zu verbieten (RP berichtete, auch Auswirkungen für Kleve haben könnte, sieht Jürgen Franken nicht. "Das sehen wir recht locker. Wir haben hier ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis in den Kommunen. Da wird keiner klagen."

Kahm fordert die Auflösung aller Schulformen (das ergäbe 24 Züge) und die Schaffung eines so genanntes Oberstufenzentrums für begabte Schüler. Kahm: "Die Wände müssen weg." Und der Pädagoge geht noch weiter. "Die Schüler müssen wissen, wofür sie lernen. Wenn ein Schüler das nicht mehr weiß, müssen wir es ihm ermöglichen, für einige Zeit die Schule zu verlassen und zu arbeiten. Anschließend kann der Schüler wieder zurückkehren." Der Gymnasiallehrer hält es für wichtig, dass seine Kollegen künftig auch Schüler unterrichten, die eigentlich einer anderen Schulform, beispielsweise der Hauptschule angehören. Kahm: "Die Gymnasiallehrer müssen ihren Elfenbeinturm verlassen." Auch sei ein "grenzüberschreitender Lernverkehr" sinnvoll.

Falls sich keine Oberstufenzentrum einrichten lässt, sei aber auch die Kooperation mit bestehenden Gymnasien oder Berufskollegs möglich, erläutert Franken. "Kleve hat die einmalige Chance, ein visionäres, eingliedriges Schulkonzept mit Vorzeigecharakter entstehen zu lassen. Wir können hier eine besondere Form der Gesamtschule schaffen", so der Kranenburger weiter. Die Zeit, ein "überzeugendes pädagogisches Konzept" zu erstellen, dränge. Franken: "Unser gemeinsamer Beschluss ist kein Alibi-Beschluss für Gespräche mit der Bezirksregierung".

Quelle: RP


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