Kleve: Sprung ins Ausland
VON MARC CATTELAENS - zuletzt aktualisiert: 17.12.2011Kleve (RP). RP-Serie beleuchtet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des internationalen Standorts Kleve beleuchtet. Heute: Christian Sommer und Bruce Greenwood.
Christian Sommer, weiß, wie schwierig es gerade für kleinere deutsche Unternehmen sein kann, in China Fuß zu fassen. Doch der Leiter des German Center Shanghai hat viele Firmen gesehen, die sich durchgesetzt und nur wenige, die wieder den Heimweg angetreten haben.
Im German Center Shanghai, einem Gründerzentrum, werden derzeit rund 80 deutsche Firmen betreut. "Und diese Firmen sind am chinesischen Markt allesamt erfolgreich, wachsen, suchen Personal", sagt der Geschäftsführer. Die Klever Firma Ipsen beispielsweise hat im German Center Peking eine Niederlassung gegründet.
Doch ist der Weg von Kleve nach China nicht doch etwas arg weit? "Keineswegs", sagt Sommer. Die chinesische Wirtschaft brauche dringend Ingenieure, "die deutsch-chinesisches Denken mitbringen und eine Ausbildung an deutschen Maschinen haben". Dabei denke er auch an künftige Absolventen der Hochschule Rhein-Waal. Der Ausbildungsstandart in deutschen Betrieben sei hoch angesehen.
Die Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe Kleve International wurde 2005 gegründet: von Bürgermeister Theo Brauer, Hochschul-Präsidentin Professor Marie-Louise Klotz, dem niederländischen Honorarkonsul Freddy Heinzel, der 1. Vorsitzenden des Wirtschaftsforums Kleverland Maria Paeßens, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Internationale Begegnungen Dr. Kurt Kreiten, der kommissarischen Chefin der Klever Wirtschaftsförderungsgesellschaft Charmaine Haswell und Sparkassendirektor Wilfried Röth.
Die Größe einer Firma sei nicht entscheidend für den Erfolg im Ausland. "Auch kleinere mittelständische Unternehmen können erfolgreich international tätig werden", sagt Sommer.
Und viele Klever Unternehmen brächten einen entscheidenden Vorteil mit, ist Sommer überzeugt: "Durch die Nähe zu den Niederlanden denken sie bereits international. Einige haben bereits Handelsverflechtungen mit den Niederlanden". Und was mit den Nachbarn vor der Haustür geht, ließe sich auch auf Geschäftsbeziehungen mit China übertragen.
Wichtig sei, so Sommer, dass ein Unternehmen professionell prüft, welcher Service, welche Dienstleistung, welche Produkte auf einem neuen Markt gebraucht werden, bevor es den Sprung in ein anderes Land wagt. Ein interessierter Geschäftsführer solle sich von Agenturen beraten lassen, bevor er den Sprung ins Ausland wagt. Unerlässlich seien gute Englischkenntnisse.
Gerade der chinesische Markt böte momentan große Chancen. "Im Zwölfjahresprogramm sind zweistellige Wachstumsraten festgelegt", betont Sommer. Besonders Zulieferer hätten gute Erfolgsaussichten im Reich der Mitte.
Bruce Greenwood ist Europa-Direktor beim "Massachusetts Office of International Trade and Investment". Er sieht eine große Chance für hiesige Unternehmen, die auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien tätig sind und den Sprung über den großen Teich wagen wollen. Auch auf dem medizinischen Sektor und im Bereich "Life-Science" hätten deutsche Firmen gute Möglichkeiten, in den USA Fuß zu fassen.
Ebenso hätten Studenten der Hochschule Rhein-Waal dort gute Berufsaussichten, da die Hochschule genau die Fächer anbiete, die in Massachusetts einen Boom erleben. Die University of Massachusetts Medical School in Worcester beispielsweise sei sehr an der Zusammenarbeit mit deutschen Firmen und Hochschul-Abgängern interessiert.
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