Kleve: Sternsinger sammeln wieder
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 07.01.2012Kleve (RP). Sie klopfen an Haustüren und verteilen ihren Segen: Die Klever Sternsinger sammeln trotz Sturm und Regen wieder Spenden für Not leidende Kinder. Zumindest dann, wenn ihnen nicht die Tür vor der Nase zugeschlagen wird.
Noch keine zehn Minuten ist der Aussendungsgottesdienst in der Stiftskirche vorbei, schon bibbern die Münder der sechs Sternsinger wie nach einem ausgedehnten Marsch durch die Antarktis. "Aber gleich wird's warm, wenn wir in Bewegung sind", sagt Rabea Wolters und nickt der achtjährigen Saskia aufmunternd zu. Die Zwölfjährige nämlich gehört zum "alten Eisen" der Sternsinger und kennt sich aus. Sie ist seit Jahren dabei, wenn die Klever Kinder als Heilige drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet von Haustüre zu Haustüre ziehen und den Menschen ihren Segen "Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus" geben.
Routinierte letzte Vorbereitungen: Rabea und die anderen fünf rücken ihre Mäntel zurecht, überprüfen noch einmal den optimalen Sitz ihrer Turbane und Kronen, umklammern ihren Stern oder die silberne Spendendose. Die erinnert an rosige Zeiten. "Gestern haben wir sogar einen 50-Euro-Schein bekommen", sagt Rabea und strahlt.
Das Geld hatte sich die Truppe auch redlich verdient, nachdem sie sieben Stunden dem Sturmtief "Andrea" die Stirn geboten hatten. Trotz Regengüssen, Hagelschauern und kräftigen Windböen hatten die Kinder gemeinsam mit den Betreuern Michael Janßen und Annika Ketelaer ihre Route abgelaufen. "Einen ganzen Tisch voll Süßigkeiten" erarbeiteten sich die Kinder damit im Laufe des ersten Tages. Mit der finanziellen Ausbeute sind sie dagegen nicht ganz so zufrieden. "Viele haben wirklich nur sehr kleine Münzen in unsere Büchse geworfen", sagt Ramon van Bentum. Der 12-jährige Messdiener ist bereits zum zweiten Mal dabei und hatte sich etwas mehr erwartet. "Es gibt auch Leute, die uns die Tür direkt vor der Nase zugeschlagen haben", sagt er. "Die haben gemeint, sie hätten mit sowas nichts am Hut. Das war schon traurig", ergänzt Rabea.
Entmutigen lassen sich die sechs von solchen Erlebnissen aber nicht. "Gestern sind wir völlig durchnässt und durchgefroren zu Hause angekommen. Obwohl wir alle mehrere Schichten Kleidung tragen und die Mäntel wärmen", sagt Rabea. "Aber es ist schön, abends erschöpft und müde ins Bett zu fallen." Der zwölfjährige Thomas Reuber, der schon zum dritten Mal mitläuft, sagt: "Und es ist wichtig, dass man Kindern hilft, denen es nicht so gut geht." "Wann sonst bekommt man dazu schon die Gelegenheit", stimmt ihm Ramon zu.
Mit dem diesjährigen Leitwort "Klopft an Türen, pocht auf Rechte" unterstützen auch die Klever Sternsinger die Rechte von Kindern überall auf der Welt. Die Aktion des Dreikönigssingen wird getragen vom Kindermissionswerk und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den Mitteln aus der Aktion mehr als 2100 Projekte für Not leidende Kinder unterstützt werden.
Rabea und ihre fünf Freunde ziehen dafür auch heute noch einmal von Haus zu Haus. Die Sternsinger im Ortsteil Qualburg ebenfalls. Sie beenden ihre Aktion mit der Vorabendmesse um 17 Uhr. Im Ortsteil Hau und Bedburg/Schneppenbaum sammeln sie am Sonntag nach dem Aussendungsgottesdienst um 9.30 Uhr in der St. Antonius Kirche Hau. Am selben Tag sind auch die Sternsinger in Warbeyen unterwegs.
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