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Karl-Leisner-Schule, GEW, Kreis Kleve, Lehrermangel
  Foto: Gottfried Evers
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Kreis Kleve: Streit um Lehrer-Zahlen

VON MATTHIAS GRASS - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010 - 11:52

Kreis Kleve (RPO). Im Regierungsbezirk Düsseldorf werden keine neuen Lehrer eingestellt, weil alle Stellen besetzt sind. Deshalb werden auch die Stellen von zwölf ausscheidenden Grundschullehrern im Kreis Kleve nicht neu belegt.

Walter Seefluth von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) war gestern Abend nicht zufrieden. "Ich hätte gern ein besseres Ergebnis verkündet", sagte er nach langer Diskussion in der Karl-Leisner Schule in Kleve. Hier tagte ein runder Tisch zwischen Bezirksregierung, Schulamt, Schulleitern und GEW. Man wollte die unterschiedlichen Berechnungen der Lehrerzahlen angleichen. Zwar hat das Land inzwischen 8000 neue Lehrer eingestellt, aber es sind immer noch nicht genug, um die in den Jahrzehnten zuvor entstandenen Lücken zu schließen, so der Grund-Tenor.

Das sieht die Bezirksregierung anders. Für sie sind, wie in allen anderen Kreisen des Regierungsbezirks Düsseldorf, die Stellen für Grundschullehrer zu über 100 Prozent besetzt. "Wir haben derzeit eine Lehrerbesetzung von 105,3 Prozent in den Grundschulen", rechnet Erika Mollartz, Dezernentin für die Grundschulen im Regierungsbezirk, vor. Die Konsequenz: Von den zwölf Lehrern, die die Kreis Klever Grundschulen in diesem Jahr verlassen, wird keiner ersetzt.

Schade für Referendare

"Das ist besonders schade für die Referendare aus dem Klever Studienseminar, die an diesen Schulen ihren Refendardienst geleistet haben und gerne dort geblieben wären", sagt Seefluth. Das Problem: Die werden in andere Bundesländer abwandern (in NRW sind nur noch im Regierungsbezirk Münster Lehrerstellen frei) und fehlen dann später. Hans Hermann Buyken, Schulrat beim Kreis Kleve: "Aufgrund der Alterspyramide werden wir bald nämlich wieder junge Grundschul-Lehrer brauchen".

Ähnlich sieht es an den Hauptschulen aus. Auch hier sieht die Bezirksregierung eine Besetzung von 100,9 Prozent. Seefluth plädiert für 110 Prozent, um Krankheits- und andere Ausfälle besser kompensieren zu können. Auch bei diesen Schulen liegt der Kreis Kleve im Landesdurchschnitt, bestätigten die Vertreter der Bezirksregierung.

Lediglich bei den Förderschulen liegt die Besetzung der Lehrerstellen unter 100 Prozent, nämlich bei 95,16 Prozent, rechnete Angelika Frücht, Dezernentin für die Förderschulen. Hier werde die Bezirksregierung helfen, versprach Hartmann. Es seien schon zwei Lehrer befristet eingestellt worden, die dann weiterbeschäftigt werden sollen.

Roland Katzy, Chef der SPD-Kreistagsfraktion und Schulpolitiker, forderte vor diesem Hintergrund, die ebenfalls über Jahrzehnte gewachsenen starren Richtlinien flexibler zu machen und sich künftig in Richtung Qualität zu orientieren. Und das mit kleineren Klassen, sprich mit mehr Lehrern.

Quelle: RP

 
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