Kranenburg: Streitende Sportfreunde
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 17.05.2008Kranenburg (RPO). Die Sitzung des Sport- und Jugendausschusses der Gemeinde Kranenburg besaß einen hohen Unterhaltungswert. Beim Thema „Sportentwicklung“ wurde aber nicht unbedingt fair miteinander umgegangen.
Noch bevor die Sitzung des Kranenburger Sport- und Jugendausschusses beendet war, hatte Gerd Aengenheister genug gehört und tat das, was er sehr gut kann: weglaufen. Der 1. Vorsitzende von LN Nütterden war gekommen, um sich bei der Sitzung zu informieren, ob es eine Chance für seinen Verein gibt, doch noch irgendwie eine Rundlaufbahn im Gemeindegebiet zu bekommen (die RP berichtete mehrfach). „Was da geschah, war blamabel. Ich bin geschockt. Wie hier 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit mit Füßen getreten wird. Ich musste gehen, sonst hätte ich einen Wutanfall bekommen“, sagte Aengenheister gestern, der seinen Kommentar auf die Äußerungen von Bürgermeister Steins bezog.
Die Rundlaufbahn
Der wollte sich zunächst zum Thema Rundlaufbahn schlichtweg nicht mehr äußern. Tat dies nachher dennoch: Eine solche Rundlaufbahn komme nicht in Frage, da sie nicht sinnvoll und nicht zu finanzieren sei. Gabriele Lohmann, Mitglied der SPD-Fraktion, warf Steins arrogantes Verhalten im Umgang mit den Bürgern vor.
Verabschiedet wurde schließlich der Vorschlag der Verwaltung, ein Sportentwicklungskonzept für die Gemeinde zu erstellen, das von einem externen Gutachter angefertigt werden soll. Die SPD hatte ein derartiges Konzept bereits vor vier Jahren gefordert. Diese Zeit, so SPD-Fraktionschef Jürgen Franken, sei nun vertan. Vor allem vor dem Hintergrund, da derzeit nicht unerhebliche Maßnahmen getroffen werden müssen: Nütterden soll einen neuen Kunstrasenplatz und ein Kleinspielfeld bekommen. In Schottheide sollen die Fenster des Platzhaus erneuert werden. Im Kranenburger Platzhaus kriecht an zahlreichen Wänden das Wasser hoch – sorgt für Schimmel- und Pilzbildung, die locker für Chemie-Seminararbeiten ausreichen.
Notwendige Investitionen
Die Investitionen sind offenbar notwendig und werden wohl getätigt, unabhängig davon, was bei der Erhebung herauskommt. Denn gute Gutachten brauchen vor allem eins: Zeit. Zunächst wird ein Arbeitskreis Sportentwicklung gebildet, der Fragen formuliert, die dann von dem externen Gutachter beantwortet werden sollen.
Im Mittelpunkt der möglichen Fragestellung taucht immer wieder die Errichtung eines Gemeindesportzentrums auf. Doch wurden Verwaltung und Fraktionen in der Sitzung nicht müde, zu betonen, dass man keinesfalls in funktionierende Vereinsstrukturen eingreifen will.
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