Kalkar: TAN-Haus nicht zu verkaufen
zuletzt aktualisiert: 26.11.2009Kalkar (RPO). Helmut Nuy hat nicht mehr als Vorsitzender des Vereins Kalkarer Mühle kandidiert. Er sieht das Angebot in der Mühle als touristische Bereicherung für Kalkar. TAN: Schwierige Mietersuche wegen Staatshilfe.
Helmut Nuy hat nicht mehr für den Vorsitz des Vereins Kalkarer Mühle kandidiert. Darüber und über die Aktivitäten rund um das historische Bauwerk sprach RP-Redakteur Ludger Distelkamp mit Helmut Nuy.
Warum haben Sie nicht mehr für den Vorsitz kandidiert?
Helmut Nuy Mit 71 Jahren wollte ich Platz machen für einen jüngeren Nachfolger. Es ist der Steuerberater Ansgar Boßmann von der Sankt-Antonius-Bruderschaft. Zweiter Vorsitzender ist nun der Müller Gerd Hage.
Bleiben Sie als Aktivposten dem Mühlenverein erhalten?
Nuy Ich möchte noch als Mühlenführer und als Mühlenhelfer aktiv bleiben. Diese Tätigkeiten werde ich nicht aufgeben Denn ich habe so viel Herzblut für die Mühle vergossen.
Sie haben viel Herzblut für die Mühle vergossen. Dann müssen Sie doch Herzstiche bekommen, wenn Sie das leer stehende Gebäude sehen, in dem früher die ehemalige Touristik-Agentur Niederrhein (TAN) an der Mühle untergebracht war?
Nuy Das Haus steht leider seit einigen Monaten wieder leer. Nach dem Auszug der TAN im Jahr 2005 hatte Culture& Castles die Räume gepachtet und nun den Mietvertrag gekündigt. Wir haben als Mühlenverein, der Eigentümer des Hauses ist, immer Mieter gesucht und Gewerbetreibende als auch Freiberufler angesprochen. Eine Vermietung war aber nicht möglich wegen der NRW-Fördermittel, die noch einer Bindung bis 2018 unterliegen. Danach darf ein gewerbliches Unternehmen das Gebäude nutzen.
Wie geht's weiter?
Nuy Die Stadt Kalkar und der Mühlenverein haben deshalb Gespräche mit der Landesregierung in Düsseldorf geführt. Dabei ging es auch um den Verkauf des ehemaligen TAN-Gebäudes. Das Problem ist hierbei, dass wegen der benachbarten Ley bei der Errichtung des Gebäudes das Haus auf Pfählen gebaut werden musste. Dadurch ist der staatliche Zuschuss für das Objekt sehr hoch geworden. Das schlägt sich nun auf den Verkaufspreis nieder. Das ist der Grund, warum das Haus nicht zu veräußern ist. Bei einem Verkauf hätte der Erlös für den Mühlenverein nicht gereicht, um das Darlehen abzulösen, das der Verein für den Bau des TAN-Gebäudes aufgenommen hat.
Wie kommt der Mühlenverein aus dieser Zwickmühle denn überhaupt heraus?
Nuy Der Verein geht keine Wege, die nicht mit der Stadt Kalkar abgesprochen sind. Ich bin zuversichtlich, wir werden eine Lösung mit dem Land finden.
Wie kann die aussehen?
Nuy Es wird wahrscheinlich so sein, dass die Stadt Kalkar zusammen mit dem Land eine Lösung findet, die nicht zum Nachteil für den Mühlenverein ist.
Wie läuft die Gastronomie, die früher ein Sorgenkind war?
Nuy Wir haben vor zwei Jahren mit Frank Ligensa einen fachkundigen Pächter gefunden. Mit der Vielfältigkeit seines Angebotes ist die Gastronomie eine Bereicherung für Kalkar und die Mühle. Die Bierbrauer unter fachkundiger Leitung von Braumeister Winfried Jäger sorgen immer für gute Qualität des Mühlenbiers und sind auch ein touristischer Gewinn wie die alle Aktivitäten für die Mühle. Jetzt übrigens wird ein Winterbier gebraut, das die Mühlenhelfer und Müller im Dezember als erste verkosten dürfen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







