Kleve: Tierärzte: Plantaria "sauber"
VON ANJA SETTNIK - zuletzt aktualisiert: 30.01.2009Kleve (RPO). KEVELAER-twisteden (RP) Der Förderverein hatte dies schon angekündigt, und tatsächlich soll's so nun erst einmal kommen: Der Niederrheinpark Plantaria, der bekanntlich Insolvenz angemeldet hat, wird ab Februar den Betrieb der zahlungsunfähigen Betriebsgesellschaft Plantaria weiterführen. Natascha Habura, Insolvenzverwalterin von der Krefelder Kanzlei Klaas und Kollegen, hat dies nach einer Sitzung mit dem Vorsitzenden des Vereins, Heinz-Alois Bosch, den Mitarbeitern mitgeteilt. 13 feste Stellen und Jobs für diverse Aushilfen sind betroffen.
Die Freude ist im Park dennoch nicht allzu groß, denn zeitgleich wurden Gerüchte laut, in den vergangenen Jahren sei eine große Anzahl Tiere wegen nicht artgerechter Haltung ums Leben gekommen. Die Rede ist unter anderem von verschiedenen Papageien, Leguanen, einem Äffchen und einem Fohlen. Worauf die Todesfälle zurückgehen, will der Informant, ein ehemaliger Mitarbeiter, auch beurteilen können: Insbesondere die Exoten aus fernen Ländern brauchen mehr Wärme, als ihnen in der Gefangenschaft geboten wurde. Terrarien und Hallen waren womöglich für manche Tiere zu kühl. Die Energiekosten sind in Tierparks sehr hoch: eine "fünfstellige Summe" benötige Plantaria dafür pro Jahr.
Nichts zu beanstanden
Nicht artgerechte Haltung, zu kalte Unterbringung – ein Vorwurf, den die Aufsichtsbehörde nicht auf sich sitzen lassen kann: "Unsere Veterinäre kontrollieren die Tierparks regelmäßig", versichert der Pressesprecher der Klever Kreisverwaltung. Gestern Mittag waren sie nicht da – kein Wunder, sie besichtigten Plantaria. Heinz-Alois Bosch gegenüber der Rheinischen Post: "Damit hab' ich kein Problem. Sie kamen unangemeldet und haben nach mehreren Stunden noch nichts zu beanstanden gefunden. Was auch: Die Hallen sind beheizt, wo das nötig ist, und die Näpfe sind voll." Tote Tiere, so Bosch, gebe es nun einmal immer wieder. Bei den verendeten Vögeln habe es sich meist um Nachwuchs gehandelt: "Die Eltern ziehen nicht alle Jungtiere groß."
Klaus Immel, einer der beiden Veterinäre, sagte der RP am späten Nachmittag: "Wir haben alles – auch hinter den Kulissen – gründlich untersucht und überhaupt nichts zu beanstanden gefunden. Kein Tier ist unterernährt, die Temperaturen in den Volieren und Hallen waren in Ordnung. Die meisten Vögel saßen sogar im Außenbereich, obwohl sie auch ein warmes Plätzchen innen hätten wählen können. In Afrika herrscht auch nicht immer Hitze – da gibt's tagsüber 30 Grad und nachts Minustemperaturen." Die Liste der "Todesfälle" hätten sie ebenfalls kontrolliert und als normal beurteilt.
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