Kleve: Tierisch gelassen bei Eiskälte
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 05.01.2009Kleve (RPO). Die Katzenbären haben ein dickes Fell, die Seehunde ihre Speckschicht und eine Rotlichtlampe sorgt dafür, dass die Zebramangusten keine kalten Füße bekommen. Die Bewohner des Tiergartens sind auf Kälte bestens vorbereitet.
Mit einem Satz ist Harfa auf den Beinen. Die Katzenbär-Dame zwinkert dem Besucher zu und verfolgt ihn mit einem neugierigen Blick. „Die fühlt sich bei diesen Temperaturen pudelwohl und ist aktiv wie nie“, sagt Tiergartenleiter Dietmar Cornelissen. Die Panda-Art kommt aus dem Himalaya – da sind die Minusgrade hierzulande kein Problem für sie.
Tränken frieren zu
Eisig soll es in dieser Woche werden, das Thermometer auf bis zu minus 20 Grad absinken. „Aus tierischer Sicht sehen wir dem gelassen entgegen“, sagt Cornelissen. Nur auf die Menschen im Tiergarten Kleve kommt vermutlich etwas mehr Arbeit zu. Tränken frieren jetzt bereits zu, Pfleger schleppen das Wasser in Eimern und Gießkannen zu den Gehegen. „Außerdem müssen wir bei Kälte die Futterrationen erhöhen“, erzählt Cornelissen. Damit die Körper warm bleiben, brauchen sie mehr Energie.
Der Tiergarten
Öffnungszeiten In der Wintersaison (bis 14. März) täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Arten 500 Tiere, wobei alte Haustierrassen den Schwerpunkt bilden.
Eintritt Erwachsene (ab 13 Jahre) zahlen 3,50 Euro, die Karte für Kinder (ab zwei Jahre) kostet zwei Euro. Jahreskarten sind für 35 Euro (ein Erwachsener) oder 65 Euro (Familienvorstand mit bis zu 5 Kindern) erhältlich.
Eine kleine Extrawurst bekommen zur Zeit auch die Zebramangusten (mit dem Erdmännchen verwandte Schleichkatzen). Eine Rotlichtlampe im Stall mimt die afrikanische Sonne. „So haben sie es schön kuschelig warm“, sagt der Tiergartenleiter. Wobei „kuschelig warm“ fünf bis zehn Grad heißt. Doch da schon die Vorfahren der Zoobewohner in Europa geboren wurden, haben sie sich dem Klima mittlerweile angepasst.
Das gilt auch für die Somalia-Esel. Zu den Zebrastreifen am Bein tragen die Vierbeiner zur Zeit dicken Winterpelz. Damit trauen sie sich auch bei Kälte nach Draußen. „Die Tiere können jederzeit wählen, ob sie lieber im Stall oder im Freien sind“, betont Dietmar Cornelissen. Damit sie nicht auf dem kalten Boden liegen müssen, haben sie für ihre Ställe eine Extraschicht Stroh bekommen. Auch beim Misten bleibt immer ein Teil der alten Strohmatte liegen. „Das ist wie eine natürliche Fußbodenheizung“, sagt Cornelissen.
Draußen in den Gehegen, aber auch auf den Fußwegen, ist es teilweise recht glatt. Denn streuen wollen die Tierpfleger innerhalb des Parks nicht. „Das wäre viel zu gefährlich“, sagt Cornelissen, „schließlich könnten sich die Tiere an den Streumitteln vergiften.“ Eine Eisfläche stört die Zoobewohner hingegen kaum. „Ausgerutscht ist hier noch kein Tier“, weiß Cornelissen. Die Seehunde scheinen sogar regelrecht Spaß daran zu haben, über die Eisfläche in ihr Becken zu rutschen. Mit ihrer dicken Speckschicht halten sie noch ganz andere Temperaturen aus. Nur die Show-Fütterungen sind derzeit ein wenig eingeschränkt – wegen der Rutschgefahr. Für die Menschen, natürlich.
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