Kleve: Trinkwasser ist nicht knapp
zuletzt aktualisiert: 08.05.2007Kleve (RPO). Der April war so trocken wie noch nie. Auch wenn seit gestern endlich das lang ersehnte Nass vom Himmel fällt – kann das die Reserven wieder auffüllen, damit wir im Falle eines heißen Sommers kein Trinkwasser-Problem bekommen? RP-Redaktionsmitglied Vivian Klein sprach darüber mit Arnold Lamers, Prokurist der Stadtwerke Kleve und Bereichsleiter der Gas- und Wasserversorgung.
Ist die lange Trockenperiode ein Grund zur Sorge?
Arnold Lamers Nein, für uns als Wasserversorger gibt es keinen Grund zur Sorge. Wir haben wohl in diesem Jahr im Monat April 90 000 Kubikmeter mehr Wasser an die Kunden abgegeben. Somit hat sich die Fördermenge von 480 000 Kubikmeter im Vorjahresmonat auf 570 000 Kubikmeter erhöht. Der erhöhte Bedarf wurde dem Wasserkreislauf entnommen und für Beregnungszwecke ohne Kapazitätsengpässe zur Verfügung gestellt.
Wie sieht es mit den Vorräten in diesem Wasserkreislauf aus?
Lamers Auswirkungen einer Trockenphase merkt man erst nach einem Jahr. Wie stark, hängt davon ab, wie stark die Grundwasserneubildung in den Wintermonaten ist. Hier bei uns reden wir von Schwankungen des Grundwasserspiegels von ein bis zwei Metern, unser Einzugsgebiet im Reichswald ist bezüglich Mengenschwankungen sehr unanfällig. Es besteht also nicht die Gefahr, dass ein Brunnen trocken fällt. Selbst wenn noch mal ein Sommer wie vergangenes Jahr kommt, bekommen wir keinerlei Probleme. Zumal die Wasserabgabemenge auf ein Jahr bezogen in letzter Zeit nicht gestiegen ist.
Trotz Trockenheit weniger Wasserverbrauch? Wie kommt das?
Lamers Unsere modernen Toiletten mit Sparspülung oder die neuen Waschmaschinen brauchen einfach weniger Wasser als früher. Außerdem haben die meisten Menschen in unserer ländlichen Gegend Grundwasserpumpen für ihre Gartenbewässerung.
Auch wenn genug Wasser da ist, es nicht zu verschwenden ist doch sicherlich weiterhin empfehlenswert?
Lamers Wasser zu sparen ist schon sinnvoll. Aber wichtiger als die verbrauchte Menge ist, das Wasser möglichst sauber wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Etwa 30 Jahre dauert es, bis ein Wassertropfen wieder bei uns ankommt.
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