Bedburg-Hau: Tulpensonntagszug 2012 vor dem Aus – wegen 150 Euro
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010Bedburg-Hau (RPO). Es gibt Dinge auf der Welt, die einfach zusammengehören. Black und Decker, Cindy und Bert, Castrop und Rauxel sowie Bedburg-Hau und der Tulpensonntagszug. Doch mit dem letzten Teil könnte es bald vorbei sein. Der Straßenkarneval in Bedburg-Hau steht vor dem Aus, glaubt man einem der größten Karnevalisten am unteren Niederrhein. Hermann Seeger ist 70 Jahre, Präsident des Bedburg-Hauer Tulpensonntagskomitee (BTK) und ziemlich verärgert.
30 000 Menschen
Grund dafür ist die vom Rat der Gemeinde Bedburg-Hau beschlossene Zuschusskürzung für den Tulpensonntagszug. Um 10 Prozent fallen die Leistungen in diesem Jahr niedriger aus. Statt der in den vergangenen Jahren üblichen 1500 Euro erhielt das BTK jetzt 1350 Euro. Hermann Seeger bewertet die Reduzierung der Zuwendung als ungeheuerlich und poltert: "Wenn der Gemeinde der Zug so wenig wert ist, an dem nach Polizeiangaben zuletzt 30 000 Menschen beteiligt waren, dann sollen sie ihn selbst organisieren."
Im kommenden Jahr ist der Zug gesichert. "2011 wird noch gezogen, das steht fest. Ändert sich nichts an den Bedingungen, wird es 2012 keinen Zug, keine Prinzessin, keine Proklamation und auch keinen Rathaussturm mehr geben. Dann gibt es nur noch den Saalkarneval in Bedburg-Hau, und das war's", sagt Seeger.
Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des Bedburg-Hauer Tulpensonntagskomitees stellte sich der bisherige Vorstand aufgrund der Kürzungen nicht mehr zur Wahl. Es wurde beschlossen, dass die Führungsriege bis zum 31. März 2011 noch im Amt bleibt. Auf die Frage, was danach passiere, zuckte Hermann Seeger mit den Achseln: "Ich weiß es nicht."
Bürgermeister Peter Driessen bestätigte, dass die Zuwendungen für den Zug um 150 Euro gekürzt wurden: "Doch wird darüber in jedem Jahr neu entschieden. Diese Reduzierung gilt derzeit nur für das Jahr 2010." In diesem Zusammenhang erklärte Driessen, dass ein Zuschuss für die Bedburg-Hauer Prinzession in Höhe von 3500 Euro bislang noch nicht zur Auszahlung gekommen sei, da das BTK die erforderlichen Unterlagen nicht beibringen konnte. "Wir wollen wissen, wofür das Geld eingesetzt wird. Wir haben dem BTK jetzt nochmals die Möglichkeit eingeräumt, die Unterlagen einzureichen", erklärte Driessen.
Seeger geht es auch um die 150 Euro – aber nicht nur darum: "Das ist für die Vereine ein Zeichen, welchen Stellenwert der Karneval hier besitzt. Unter Hans Geurts war das früher alles einfacher."
Internet Bilder vom Zug 2010 unter www.rp-online.de/kleve
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