Kreis Kleve: Vier Pfoten beim Veterinär
VON JULIA LÖRCKS - zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 - 18:57Isabelle Hey, 19 Jahre alt aus Pfalzdorf, absolviert in der Tierklinik in Kleve eine dreijährige Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten. Neben Hund und Katze steht dabei vor allem der Mensch im Vordergrund.
Ein Knall, eine komplizierte Fraktur und tausend Tränen ja, der Autounfall von Sammy, einem Labrador-Retriever, und die anschließende Behandlung in der Tierklinik von Dr. Heinrich Camp waren für Isabelle Hey ausschlaggebend für ihre Berufswahl. „Zu sehen, wie es unserem Hund nach und nach wieder besser ging, das war einfach wunderbar”, sagt Hey. Heute, gut sieben Jahre später, macht sie genau in dieser Praxis eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten. Und noch immer ist sie beeindruckt, wenn Hund oder Katze, Meerschweinchen oder Hase wohl und munter die Klinik wieder verlassen.
Von der Sprechstunde in den OP
Die Berufsschule ist der theoretische Bestandteil der dualen Berufsausbildung. Sie fördert die Allgemeinbildung und vermittelt die fachspezifischen Unterrichtsinhalte des Berufs.
Ziel: die optimale Vorbereitung auf den Berufsalltag und das Bestehen der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.
Isabelle Hey ist 19 Jahre alt, hat während der Schulzeit, im Rahmen der Berufsorientierung, bereits ein Praktikum in der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere in Kleve absolviert. Nach dem Abitur war der Pfalzdorferin schnell klar: „Bevor ich studiere möchte ich erst einmal Praxisluft schnuppern.” Und so ist sie seit August 2009 in der Ausbildung. Ihre Aufgaben sind vielseitig, wie sie sagt: „Ich sitze in der Sprechstunde oder am Empfang. Auch im OP, in der Röntgenabteilung oder im CT bin ich als Assistenz tätig. Das Gute daran, als Auszubildende lernt man alle Bereiche kennen.”
Und die sind in der Tierärztlichen Klinik auch Vögel und Reptilien gehören dazu besonders vielfältig. Während Hey über ihren Beruf erzählt, liegen drei Hunde auf dem OP-Tisch, eine Katze „miaut” im Hintergrund und am Empfang warten bereits die nächsten Patienten mit vier Pfoten. „Es ist immer was zu tun zu jeder Tages- und Nachtzeit”, sagt die Auszubildende, die damit auch einen besonderen Aspekt ihrer Ausbildung anspricht. Denn die Klever Tierklinik ist 24 Stunden am Tag besetzt. Wochenend- und Notdienste gehören somit auch zu ihren Arbeitszeiten.
Woran sich Hey zudem gewöhnen musste, ist die Tatsache, dass das Tier zwar im Vordergrund steht, der Besitzer aber auch eine wesentliche Rolle spielt. „Ich wollte was mit Tieren machen, ja, aber eigentlich mache ich was mit Menschen. Das ist nicht zu unterschätzen”, sagt sie. Schon einige Male musste sie sich zusammenreißen, die Emotionen seien sehr groß, so Hey. Deshalb sei Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen eine wichtige Voraussetzung für den Job. Teamfähigkeit, Flexibilität, Zuverlässigkeit und natürlich keine Angst vor Tieren seien ebenfalls unabdingbar.
Insgesamt dauert die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten drei Jahre, es besteht jedoch die Möglichkeit, sie auf zwei Jahre zu verkürzen. Das hat auch Hey vor. Ihre Abschlusprüfung schriftlich, mündlich und praktisch muss sie derweil an einer Schule in Neuss schreiben. „Leider gibt es keine Schule in der nähreren Umgebung”, sagt sie. Neben dem Unterricht einmal in der Woche muss sie zudem wöchentlich zur Laborschule in Neuss.
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