Kleve: Voba tauscht Automaten aus
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 28.11.2008Kleve (RPO). Die Volksbank an der Niers nun für mehr Sicherheit gesorgt: Sie tauschte die Hälfte der Geldautomaten aus und rüstete die anderen nach, um das Ausspionieren von Daten noch schwerer zu machen.
goch/Geldern Juli vergangenen Jahres: Kunden der Volksbank an der Niers, die in Goch Geld abgehoben hatten, machten wenige Tage später entsetzte Gesichter. Ganoven hatten für kurze Zeit die Bankdaten der Kunden an einem Automaten ausgespäht, sie auf einfache Karten-Rohlinge kopiert und dann an (offenbar ziemlich „dummen“) Geldausgabe-Maschinen in Italien stattliche Beträge abgehoben. Natürlich bekamen alle ihr Geld ersetzt, auch die Voba selbst blieb auf dem Schaden nicht sitzen – „aber wir haben uns entschlossen, zu handeln - und zwar gründlich“, so gestern Norbert Scholten, Marketingchef der Volksbank an der Niers, im RP-Gespräch. Die Voba entschied sich für die große Lösung. Scholten: „In diesen Tagen ist eine Großinvestition in die Sicherheit aller Geldautomaten bei der Volksbank an der Niers abgeschlossen. Gegen das Auslesen der Kartendaten vom Magnetstreifen, dem so genannten Skimming, sind die Geldautomaten mit Vorsätzen versehen, die ein Aufsetzen von Lesegeräten zum Ausspähen der Kartendaten unmöglich machen.“
Schnabel oder Halbkugel
Wie Schnäbel oder auch wie Halbkugeln sehen die Einzug- schächte für die Karten aus. Schwer, da noch ein Vorsatzgerät zu montieren! Und spätestens beim Einzug der Karte merken alle Kunden deutlich, dass sich da Grundlegendes geändert hat. Der Einzug funktioniert nur langsam und ruckelig - auch eine Sicherheitsmaßnahme. Die Karten werden gründlich geprüft „und“, so Scholten weiter, „erst weit hinten im Automaten abgelesen. Übrigens wird nicht etwa der Magnetstreifen gelesen, sondern der Chip auf der Vorderseite der Karte“. Das bedeute dann noch wesentlich mehr Sicherheit. Dass die Karten überhaupt noch Magnetstreifen haben, sei, so betonte der Volksbank-Sprecher, ein Zugeständnis an Banken im Ausland: „In vielen anderen Staaten benötigen die Automaten noch die Daten auf dem Magnetstreifen. Würden wir nur noch Karten ohne diese Streifen ausgeben, könnten unsere Kunden in vielen Ländern kein Geld abheben – und das wäre ja keine Lösung!“ Gefälschte Karten hätten an deutschen Geldautomaten keine Chance, akzeptiert zu werden. Die hier übliche Echtheitsprüfung verhindere das, so Scholten.
Und was ist mit dem Geld, das die Automaten ausspucken? „Es kommt direkt von der Deutschen Bundesbank“, sagt Norbert Scholten. „Dort sind alle Scheine maschinell auf Echtheit überprüft worden, einschließlich aller fürs menschliche Auge unsichtbaren Merkmale.“
Neu bei der Volksbank an der Niers: An etlichen Standorten kann man an Geldautomaten ab sofort auch Bares einzahlen. Das Geld wird mit einer von der Bundesbank nach einem Vertragsschluss zur Verfügung gestellten Technik gründlich geprüft, bevor die Scheine wieder ausgegeben werden – sicher ist sicher...
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