Kleve: Vööl Gedrüss am Brejpott
VON STEPHAN DERKS - zuletzt aktualisiert: 30.01.2012Kleve (RP). Die Kellener Quaker feierten einen tollen Saalkarneval im Schützenhaus und kamen nicht nur digital in't Hüss. Vollauf gelungene Premiere mit einem furiosen Empfang für den Klever Karnevalsprinzen Tommy der Bärige.
Die Prunksitzung der Breijpott-Quaker hatte noch nicht begonnen, da herrschte im Kellener Schützenhaus bereits "Vööl Gedrüss". Denn es wurde kräftig gesungen, geschunkelt und gelacht. Kurzum, die Stimmung in der Narrenhochburg der Quaker heizte sich auf, noch ehe der Elferrat mit dem prächtig aufgelegten Präsidenten Helmut Vehreschild an der Spitze in den rappelvollen Saal einzog. Endlich waren sie da, die Breipott-Quaker, brachten "Humor än Freud in denn Bau, bis de ganze Kleut rief: Källe, Helau".
Um es gleich vorweg zu nehmen, das taten die Karnevalisten an diesem Abend zur Genüge. Doch der Reihe nach. Zunächst stellte Wolfgang Drop das eben erst gelieferte Quak-Pad vor und er hatte sich auch eine App der Stadt Kleve heruntergeladen und war mit Bürgermeister Theo Brauer im Service-Center verbunden. Der war allerdings gerade auf den Weg zum privaten Badeurlaub nach Griechenland, den er wohlgemerkt aus seiner Privatschatulle zahlte. Schließlich wolle er ja nicht "gewulfft" werden. Stichwort Wulff.
Applaus für Urgestein
Ein Super-Bühnenbild, welches das Haus Schmidthausen zeigte, war vom zwischenzeitlich 86-jährigen Hans-Jürgen Kirchhof gemalt worden war. Zu Recht erhielt dieses Quaker-Urgestein hierfür einen riesigen Applaus.
Der brandete auch auf, als Quaker-Sitzungspräsident Helmut Vehreschild das Klever Rosenmontagskomitee bat, nach drei Jahren im Exil den Rosenmontagszug wieder von Kellen nach Materborn ziehen zu lassen.
Den hatte Sitzungspräsident Helmut Vehreschild persönlich eingeladen. Doch hatte dieser nachrichtlich auf der Mailbox des Quaker-Präsidenten abgesagt, dessen Inhalt aus juristischen Gründen jedoch nicht veröffentlicht werden konnte.
Was folgte, war ein Augenschmaus. Denn die Breijpott-Tröpfchen lieferten einen Klasse-Gardetanz. Toll, was die Mädels drauf hatten. Tosender Beifall. Als ein Muttersöhnchen stieg im Anschluss René Coumans in die Quaker-Bütt. Köstlich, als er verriet, dass das Geheimnis einer glücklichen Ehe nur an drei Worten liege: "Du hast Recht!". Und als er in einer Anzeige eine Frau suchte, bekam er gleich 300 Zuschriften. Allerdings nur von Männern die schrieben: "Nimm meine!"
Mit vielen Karnevalshits lud der Quaker-Chor unter der Leitung von Rainer Vettorel den Saal zum Mitsingen ein. Eine weitere Attacke auf das Zwerchfell ritt Mario Coumans als Krankenschwester, der einen etwas "dickeren Hintern" als erotische Nutzfläche bezeichnete. Rakete. Die wurde auch für die Källese Quecksprengers für ihren fantastischen Showtanz gezündet, mit dem sie die Narrenschar rasant auf den Rummelplatz entführten. Als "Enne Janze" brillierte auch Georg Jansen in der Quaker-Tonne, in der er gekonnt vom Alltag einer Ehe erzählte.
Gleichfalls grandios das Bühnenstück mit Wolfgang Hahnenkamp und Alfred Scholten, die sich auf der Baustelle des neuen Hotels in der Klever Unterstadt trafen. "Hier bauen Mom, Willi und die Voba", stand auf dem Bauschild, wobei der Bältermann, angesichts der Steinwüste, dem Opschlag gar den Rücken zudrehte. Schließlich habe er Geschmack.
Mit dem Show-Tanz "Technik im Wandel der Zeit" der Breijpott Tröpchen und dem Finale "Quaktett" wurde die Narrenburg noch einmal "gerockt. Damit endete auch die Premiere bei den Quakern, bei der natürlich auch nicht seine Tollität Prinz Tommy der Bärige samt Garde fehlte, denen ein furioser Empfang bereitet wurde.
Und damit dreimal Quak, Quak Helau.
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