Kreis Kleve: Was passiert, wenn’s passiert?
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 12.10.2006Kreis Kleve (RPO). Ein mit Chemikalien beladener Kesselwagen verunglückt auf der Betuwe-Linie in Emmerich. Beim Rekord-Hochwasser bricht der Deich bei Bimmen. Zwei mögliche Katastrophen – und ein Konzept: Der Kreis ist darauf vorbereitet. Es war ein schrecklicher Unfall, an den Eduard Großkämper, Pressesprecher des Kreises Kleve, gestern erinnerte. Einer, der auch zur Nagelprobe für die Katastrophen-Vorbeugung des Kreises hätte werden können.
Am 4. Juli werden Ferienkinder aus Ratingen bei einem Busunglück in Kevelaer verletzt. Alarm für den Rettungsdienst des Kreises Kleve, der benachbarten Kreise Wesel und Viersen, für die Besatzung eines Hubschraubers aus den Niederlanden. Die Hilfe funktioniert, und sie funktioniert schnell. Ein Beispiel für vieles, auf das sich der Kreis Kleve vorbereiten muss – und vorbereitet hat. Gestern: Internationaler Tag der Katastrophen-Vorbeugung. Ein Anlass, nachzufragen beim Kreis, was passiert, wenn was passiert.
Jürgen Baetzen, Abteilungsleiter Ordungsangelegenheiten, beim Kreis für den Bevölkerungsschutz zuständig: „Es ist gut, dass es einen solchen internationalen Tag gibt. Für uns gehören Planungen zu Maßnahmen bei so genannten Großschadens-Ereignissen aber zum täglichen Geschäft. Dabei bewältigen wir diese Aufgabe im engen Verbund mit dem Kreisbrandmeister, den kreisangehörigen Städten und Gemeinden, deren freiwilligen Feuerwehren, dem Rettungsdienst des Kreises, den Hilfsorganisationen und der Kreispolizeibehörde.“
. . . und eine Broschüre
Ein umfangreiches Thema – verpackt in eine Broschüre für Bürger, herausgegeben von der Zentralstelle des Bundes für Zivilschutz: Sie heißt „Für den Notfall vorgesorgt“, enthält zahlreiche Hinweise und Checklisten für die persönliche Notfallvorsorge. Man bekommt sie bei seiner Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung und beim Kreis, Telefon 02821/85332.
Ein Netz
Ein Netz also für das „Großschadens-Ereignis“: Beispiele, was sich gerade im Kreis Kleve ereignen kann, hat Kreis-Sprecher Eduard Großkämper gleich parat. Eine Überflutung nach dem Bruch der Rhein-Deiche, einen Unfall auf der Schiene, Unfälle mit vielen Verletzten wie der in Kevelaer – aber auch, man muss es in Erwägung ziehen – Anschläge: „In allen Bereichen wird zum Beispiel durch regelmäßige Übungen dafür Sorge getragen, dass die Helferinnen und Helfer für den Fall der Fälle gut ausgebildet und gerüstet sind“, sagt Baetzen.
Alltag
Übungen (öffentlich bekannt gewordene zumal) sind nicht Alltag. Alltäglich aber ist die Vorbereitung der Menschen, die im Krisenstab und der Einsatzleitung beim Kreis mitarbeiten, wenn eine solche Katastrophe eintritt. Großkämper: „Sie alle werden seit Anfang des Jahres intensiv aus- und fortgebildet. Hintergrund dafür ist die neue Struktur des Krisen-Managements im Lande, die unter Federführung des Landrates eine effektive Schadensbekämpfung vor Ort sicherstellen soll.“ Nun ist, Europa hin, offene Grenzen her, im Grenzland-Kreis Kleve alles noch ein wenig komplizierter. Hochwasser, Flughafen-Unfall, Einsatz eines Rettungshubschraubers – in diesen Fällen ist Zusammenarbeit mit niederländischen Behörden unumgänglich. In Arbeitsgruppen und Projekten gebe es „auch Vorplanung und enge Abstimmung mit den niederländischen Partnern“, so Jürgen Baetzen. Bezeichnend ist, dass sich die Steuergruppe eines solchen Projektes, das die Vorsorge für Hochwasserlagen beiderseits der Grenze zum Ziel hat, gestern, am Tag der Katastrophenvorbeugung, in Arnheim traf, um Überlegungen zur Fortführung besagten Projektes in den kommenden Jahren anzustellen. Baetzen war dabei.
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