Kleve: Was sich alles im Kreise dreht
VON THOMAS CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 21.10.2006Kleve (RPO). Es drehte sich allerhand im Kleverland-Kreise herum diese Woche. Nicht nur das RP-Dauerbrennerthema Kreisverkehre erhitzte die Gemüter. Zufall war’s oder auch nicht, dass die RP in einer Ausgabe gleich zweimal Neues zu Rücktritten aus der Kommunalpolitik vermeldete. In Kleve gab Peter Brückner, wie schon vor Monaten angekündigt, nun endgültig seinen Fraktionsvorsitz ab. Frage: Wer kommt nach? Antwort: Die Personalentscheidung wird in der Klever SPD zwangsläufig auch eine politische. Folgt der Kurs „Weniger Konfrontation – mehr Kooperation“, der Kurs der sachlichen politischen Arbeit? Oder setzt die SPD-Fraktion mit ihrer Wahl mehr auf „Profilschärfung“, die man dann besser „Krawall um des Krawalls willen“ nennt? Das gemeine Wahlvolk, also Sie und ich, ist der (Spiegel-)Fechterei eher müde. Das gilt im Übrigen nicht nur in Kleve, sondern auch in der Nachbarstadt Goch.
Kein Kreisel, sondern eine eigentlich umwerfend überraschende Kehrtwendung: der Ruf nach mehr Forensik-Patienten in Bedburg-Hau, weil sie ja Arbeitsplätze sichern. Vor wenigen Jahren noch galt die mit schon fast sektiererischem Eifer verfochtene These: Bloß nicht mehr als 200 Patienten, das wär’ des Teufels! Dann ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet! Und nun scheinen die durch den Neubau zusätzlich und über diese Zahl 200 hinaus geschaffenen Plätze schon nicht mehr genug. Weil es ja um Arbeitsplätze geht! Eine bemerkenswert radikale Kehrtwendung in Sachen Patienten-Zahlen. Denn die Tatsache, dass von 300 Forensik-Patienten eine größere Gefährdung ausgeht als von 224, wird niemand ernsthaft bestreiten.
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