Kleve: Weiter Wirbel um Tweestrom-Böschung
zuletzt aktualisiert: 03.05.2011Kleve (RPO). Kleves BUND-Chef Karl-Heinz Burmeister ist entsetzt. Als er am Sonntag dem Tweestrom einen Besuch abstattete, war die Böschung des Gewässers immer noch verfüllt.
In einem Schreiben an die Klever Stadtverwaltung beklagte sich Burmeister gestern darüber, dass der "Bauherr am Nordufer [...] die Verfüllung glatt gezogen, scheinbar eingesät und mit der Schaufel befestigt" habe. Er kündigte rechtliche Schritte an.
Der Hintergrund: Die Stadt Kleve möchte Teile des Gewässers im Industriegebiet verfüllen, der BUND hat gegen dieses Vorhaben geklagt. Mitarbeiter einer Baufirma, die derzeit im Auftrag eines Unternehmens in der Nähe eine Halle baut, haben die Böschung des Tweestroms mit Mutterboden verfüllt. Burmeister hatte dies kritisiert mit den Worten: "Ein unglaublicher Vorgang. Dadurch wurde seltenen Vogelarten, die an der Böschung leben, und anderen Tieren der Lebensraum genommen."
Der Klever Rechtsdirektor Wolfgang Goffin ordnete daraufhin vor etwa zwei Wochen an, dass die Firma das Erdreich sofort wieder abholt. "Die Verfüllung ist illegal und ohne Genehmigung erfolgt. Jetzt wird geprüft, ob ein Ordnungswidrigkeiten-Tatbestand vorliegt, der geahndet werden muss, oder ob die Baufirma in Unkenntnis der Tatsache, dass das Gelände nicht zur Firma gehört, gehandelt hat", sagte Wolfgang Goffin seinerzeit zur RP.
Bis gestern Nachmittag hatte Goffin nach eigener Aussage aber weder einen Bericht seiner Mitarbeiter vorliegen, noch war laut Burmeister das verfüllte Erdreich abgetragen. Goffin will den Sachverhalt nun der Unteren Landschaftsbehörde übergeben.
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