Kleve: Wej brenge Humor än Freud’
VON ROLAND BAUMANN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2007Kleve (RPO). Die Kellener „Brejpott-Quaker“ boten bei ihrer fünfstündigen Sessionseröffnung im Schützenhaus Karneval vom Allerfeinsten und begeisterten die Narren im Kellener Schützenhaus, dessen Dachziegel im Takt vibrierten
kleve-kellen „Wej brenge Humor än Freud´ hier in denn Bau“, heißt es in ihrem Vereinslied und dies sollte einmal mehr keine leere Floskel sein, denn was die Kellener Karnevalisten „De Brejpott-Quaker“ bei ihrer fünfstündigen Sessionseröffnung im Schützenhaus boten, war Karneval vom Allerfeinsten. Unter dem Motto „Wej dräje dor gen Dükske dröm!“, das mit einer Zaubershow von Christian Hübers auf magische Weise vorgestellt wurde, spulten die Aktiven unter der souveränen Leitung ihres wortgewandten Präsidenten Helmut Vehreschild ein Klasseprogramm ab, bei dem kein Auge trocken blieb.
Bütten-Einstand
Mit Bravour bestand Erwin Baumann sein Debüt in der Quaker-Bütt. Als „Agent“, schließlich sei er arbeitslos und werde von der Agentur für Arbeit vermittelt, berichtete er von diversen misslungenen Arbeitsversuchen.
Am 7. und 8. Februar werden die Kellener-Senioren-Einrichtungen mit Ausschnitten aus dem Programm besucht.
A propos Auge: Die beiden Tanzgruppen „Källesse Quecksprengers“ und die „Brejpott-Tröpfchen“ boten einen fantastischen Augenschmaus und gehören in die Rubrik „Muss man gesehen haben, darf man sich nicht entgehen lassen“. Die Gardetänze sind eine gekonnte schweißtreibende Mischung aus Tanz und Akrobatik. Beim Showtanz „Alice im Wunderland“ der Quecksprengers wurde es märchenhaft und die „Tröpfchen“ bezauberten bei „New York“ nicht nur mit atemberaubenden Kostümen.
Zwerchfell-Belastung
Was wäre ein Sitzungsabend ohne Büttenreden? Bei den sechs Wortbeiträgen der „Quaker“ ging es an die Zwerchfell-Belastungsgrenze der Zuhörer. So wurde Georg Jansen als „Enne Janze“ seine „Lisske“ – übrigens ein Wunderkind, weil sie schon mit drei Jahren so schlau war wie heute – auch beim Schlussverkauf nicht los. Los war sehr zur Freude der Närrinnen und Narren „Jan Baserull“ alias Christoph Weyers seinen Führerschein. Der Vorsitzende der Kellener Karnevalsgesellschaft hatte Widersprüche in der deutschen Sprache entdeckt. Beispiel gefällig? „Fahr mal langsam schneller“ oder „eingefleischter Vegetarier“. Als „Kegelschwester vom KSV“ schoss Mario Coumans getreu dem Motto „Lieber mit 70 geplatzt als mit 80 vertrocknet“ den Vogel ab und trieb die Temperatur im Saal gen Siedepunkt. Schlag auf Schlag ging es weiter beim Zwiegespräch „on dän Brejpott“ zwischen Wolfgang Hanenkamp und Alfred Scholten. Köstlich auch, wie „enne Källesse Jong“ Christian Welbers erzählte, wie eine Frau einen Mann verändern kann.
Der Quaker-Chor hatte mit Stimmungsliedern zum Mitsingen und –schunkeln eingeladen und Kleves Narrenoberhaupt „Frank der Köchelnde“ mit Anhang einen triumphalen Empfang in der Kellener Narrenhochburg erlebt.
Die „Källesse Bure“ ließen die Dachziegel auf dem Schützenhausdach vibrieren und setzten einen lautstarken Schlusspunkt hinter einen fulminanten fröhlichen Abend.
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