Kleve: Wenn Amerika auf Kleve trifft...
VON CHARLOTTE STAUSBERG - zuletzt aktualisiert: 18.11.2008Kleve (RPO). „Like a bridge over troubled water I will lay me . . .” Eine glockenhelle Stimme hallt über den Schulhof hinter der Mehrzweckhalle in Materborn. Ein Blick in das Innere des Schulgebäudes verrät den Ursprung: auf einer Treppe sitzen nebeneinander ein Mädchen und eine junge Frau.
Mit roten Wangen bringt die rund dreizehn Jahre alte Sängerin den Liedvers zu Ende und berät sich dann mit der jungen Frau. Egal ob beim Individualtraining oder beim Üben mit der ganzen Gruppe, die Young Americans begeistern die Klever Kids und locken so manche versteckte Talente aus der Reserve. Drei Tage lang haben 45 amerikanische Studenten 180 Kinder und Jugendliche aus allen Schulformen im Kreis Kleve im Singen und Tanzen unterrichtet.
Höhepunkt des Workshops: die einstündige Aufführung in der ausverkauften Klever Stadthalle. „Es geht bei dem Projekt um die Kinder”, erklärt Frank Rensing vom Karl-Leisner-Jugendcentrum. „Die Young Americans sind engagiert und packen sich die Kids auch individuell, wenn sie merken, dass diese sich zurückziehen!”
Rund vierzig Jugendliche proben in der Halle: „When darkness comes and pain is all around...” Hoch konzentriert sind die Schüler bei der Sache. „Ihr müsst das Gefühl, das in diesem Song steckt rüber bringen!”, erklärt die Studentin den Jugendlichen.
„Denkt an Erlebnisse, die ihr selbst gehabt habt. Ein Freund, der für euch da war, als es euch schlecht ging!” Die Young Americans nehmen ihre Teilnehmer ernst, die Medien Tanz und Musik sind hier Ausdruck für vieles mehr: Selbstbewusstsein, das Gefühl zusammen etwas schaffen zu können. Die Jugendlichen sind mit Leib und Seele dabei, so sehr, dass sie sich oft gar nicht bewusst sind, was sie in diesen drei Tagen eigentlich alles leisten, sagt Frank Rensing.
„Dabei sind die Young Americans immer mittendrin und stehen wie ein Schatten an der Seite der Kinder, wenn Hilfe von Nöten ist.” Kurz vor der 10-minütigen Pause versammeln sich alle in der Halle. Gebannt lauschen 180 Jugendliche den Erläuterungen der Studenten und dann entlädt sich geballte Power: Begleitet vom Schlagzeug legen die Klever los: Keine Frage, der Funke springt über. Die Klever rocken die Mehrzweckhalle, mit glänzenden Augen und schwingenden Bewegungen singt ein Junge sein Solo, ein anderer ist noch schüchterner. Es scheint fast, als sei er noch etwas überrascht von seiner eigenen Stimme.
Schließlich endet das Lied und Applaus der Teilnehmer und Young Americans ertönt.
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