Kranenburg: Wenn Jung auf Alt trifft
VON KERSTIN OLAÑETA - zuletzt aktualisiert: 04.04.2008Kranenburg (RPO). „Generation X – Alt trifft Jung“ heißt ein Projekt der Hanna-Heiber-Hauptschule im Bereich des freiwilligen Nachmittags-Angebots. Elf Jugendliche statten seit einigen Monaten der Seniorenresidenz ihren Besuch ab.
Was er den Senioren schon immer mal näher bringen wollte . . .? Niklas denkt nicht lange nach: „Playstation zocken !“, sagt der Zwölfjährige. Der Jugendliche, der die Hanna-Heiber-Hauptschule in Kranenburg besucht, ist schon riesig gespannt auf die Reaktion der älteren Herrschaften: „Ob die überhaupt wissen, was das ist ?“, fragt er sich. Lange dauert’s sicher nicht mehr, dann kriegen die Bewohner eine fachkundige Einführung, schließlich statten elf Hauptschüler der Klassen sechs und sieben der Seniorenresidenz Kranenburg regelmäßig ihren Besuch ab. „Im Rahmen des freiwilligen Nachmittags-Angebots haben wir vor einigen Monaten das Projekt ’Generation X – Jung trifft Alt’ ins Leben gerufen“, erzählt Maria Ostermeier, Sozialarbeiterin an der Hauptschule.
Ausflüge ins Phantasialand
Die Idee habe großen Anklang gefunden, zum Auftakt habe man zunächst mit den Schülern überlegt, wie man das Projekt mit Leben füllen kann: „Da kamen solche Sachen wie Ausflüge ins Phantasialand machen, Spielen, Basteln, Internet erklären, Spazieren gehen“, zählt Ostermeier auf. Schnell hätten die Jugendlichen eingesehen, dass der Besuch von Freizeitparks inklusive Achterbahn-Fahren nicht in die Praxis umsetzbar sei – umso gespannter seien die Schüler auf den ersten Besuch bei den Senioren gewesen. Die 13-jährige Julia etwa hat seitdem schon viel gelernt: „Ich lasse mir Geschichten von früher erzählen. Letztens habe ich von einer älteren Dame erfahren, dass der Krieg sehr lange gedauert hat. Viel länger, als ich dachte“, erzählt sie. Erschreckend und unvorstellbar für die Jugendliche: „Die Leute mussten zum Teil viele Monate in zerstörten Häusern leben . . .“
Für Jana (13) ist’s spannend, wie die Senioren leben – und hat im Laufe der Wochen heraus gefunden: „Die leben ja fast wie wir. Nur eben ein bisschen anders.“ Weiterhin ist die Schülerin noch interessiert daran, herauszufinden, wie die einzelnen Bewohner heißen, welches ihre Hobbys sind, ob sie sich nicht langweilen, tagein, tagaus, in einer Seniorenresidenz . . . Deren Geschäftsleitung Barbara Onckels findet das Projekt Alt trifft Jung super spannend: „Für Senioren sind Kinder und Jugendliche immer etwas ganz Tolles, sie haben gern mit ihnen zu tun, sind offen und motiviert.“ Die Schüler wiederum hätten schon ganz gut gelernt, auch mit den dementen Bewohnern umzugehen. Im Vorfeld des Osterfestes zum Beispiel hätten die Jugendlichen mit den Senioren Eier gefärbt: „Eine Dame wollte das Färbe-Wasser trinken“, erinnert sich Onckels. Eine ungewohnte Herausforderung für die Schüler, die Frau davon abzuhalten: „Aber so lernt man, Verantwortung zu tragen.“
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