Kleve: Wer die Gäste vergrault
VON KERSTIN OLAÑETA - zuletzt aktualisiert: 06.10.2006Kleve (RPO). Touristen-Information von 17 Städten in Nordrhein-Westfalen unter die Lupe genommen. Ergebnis: Nur die Landeshauptstadt Düsseldorf schneidet schlechter an als die Kreisstadt Kleve.
Mit der Kritik wird nicht hinterm Berg gehalten: „Man rasselte mir zahlreiche Angebote runter, so schnell, dass man nichts verstehen kann – und bemängelt anschließend, dass ich mich im Vorhinein noch nicht über Kleve informiert habe !!! Insgesamt eher unfreundlich . . .“, ist in einer aktuellen WDR-Studie über die telefonische Beratung der Touristen-Info Kleve nachzulesen.
Untertitel der Studie, die 19 Touristen-Infos an 17 Orten in Nordrhein-Westfalen unter die Lupe genommen hat: „Düsseldorf, Kleve und Münster vergraulen die Gäste“. Schlusslicht ist Düsseldorf mit der Gesamtnote 4,22 – direkt dahinter kommt Kleve mit der Bewertung 3,68 – also gerade ausreichend. Spitzenergebnisse erzielten Lemgo, Bonn und Detmold. Für den Test hatten die WDR-Leute die sieben meistbesuchten Städte NRW’s sowie aus jeder Ferienregion mindestens ein Fremdenverkehrsamt ausgewählt. In die Benotung flossen zu gleichen Teilen die Ergebnisse der Überprüfung vor Ort durch Testbesucher, der Beratung am Telefon sowie der Anfrage per E-Mail ein.
Haue fürs Personal
Dem WDR-Testbesucher war vor dem Betreten der Touristen-Info an der Werftstraße negativ aufgestoßen, dass es außer Plakaten keine detaillierten Informationen außerhalb des Büros gebe. Sein Eindruck vom Inneren: „Die Tourist-Info befindet sich in einem uralten Eckhaus. Die Räumlichkeiten sind klein aber gemütlich, wirken ein wenig altmodisch.“ Auch die Mitarbeiter bekommt Haue ab: „Es sollte kompetenter auf die Wünsche eingehen, die der Besucher hat. Während der Beratung, die in Mitten des Raumes stattfand, sollte ein Stuhl angeboten werden“, ist nachzulesen. Auch sollten modernere Medien eingesetzt werden – wie etwa Info-Terminals.
Insgesamt hagelte es Fünfen und Sechsen: Die schlechteste Schulnote verteilte der WDR für „maßgeschneiderte Beratung“. Fünfen gab’s unter anderem für „Freundlichkeit“ am Telefon sowie für „Infomöglichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten“. Dickes Lob und „sehr gut“ verteilte der WDR für „Tipps aus den Nachbarregionen, „kostenloses Material“ sowie dafür, dass beim Kleve Marketing weder Verkaufsdruck noch Callcenter-Atmosphäre herrschten.
„Ich kann diese Ergebnisse nicht nachvollziehen“, meldete sich gestern Ute Schulze-Heiming, Geschäftsführerin des Kleve Marketing, zu Wort. Schließlich sprächen die Buchungs- und Besucherzahlen eine andere Sprache. „Wir sind überzeugt, unser Geschäft gut zu machen“, so Schulze-Heiming. Klar, es gebe immer etwas zu verbessern – „daher werden wir die Studie genau durcharbeiten und den Hinweisen nachgehen“. Für konstruktive Kritik sei sie schließlich sehr dankbar.
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