Bedburg-Hau: „Wir schauen nach vorne“
zuletzt aktualisiert: 01.12.2008Bedburg-Hau (RPO). Interview Jürgen Bongers wurde als Parteichef in Bedburg-Hau bestätigt. Er begründet im RP-Gespräch, warum die CDU keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellt und wie es bis zur Wahl 2009 weiter geht.
Auf der von Ex-Bürgermeister Hans Geurts zeitweise geleiteten Gemeindeverbandssitzung wurde Jürgen Bongers als CDU-Chef mit großer Mehrheit bestätigt. Einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl stellte die CDU nicht auf.
Herr Bongers - Gratulation zur Wahl. Sie werden wie angekündigt als Mehrheitsfraktion ohne eigenen Bürgermeisterkandidat in den Kommunalwahlkampf starten. Warum haben Sie das ihrer Partei empfohlen?
Jürgen Bongers Ich habe die Gelegenheit und die Notwendigkeit gesehen, das Buch des Streits innerhalb der CDU, das 2004 aufgeschlagen wurde, wieder zu schließen. Wir haben sehr lange, für manche vielleicht auch zu lange die Wunden aus dieser Zeit geleckt. Einen eigenen Kandidaten aufzustellen, hätte jedoch womöglich bedeutet, dass die mühsam verheilten Wunden wieder aufbrechen.
Für den Parteichef stand also die Einigkeit der Partei zunächst im Vordergrund?
Bongers Die Kontroverse, die 2004 zum Verlust der Bürgermeisterwahl führte, musste nun beendet werden. Der Streit hatte viele – sachliche und persönliche – Ursachen. Wir haben jetzt jedoch wieder eine geschlossene, starke und handlungsfähige CDU. Das ist das wichtigste - denn die CDU war der alleinige Verlierer dieses Streits.
Deshalb auch Hans Geurts als Versammlungsleiter?
Bongers Genau – und er hat das mit der gewohnten und nötigen Professionalität über die Bühne gebracht. Die Leistungen von Hans Geurts sind zu groß, als dass sie im Nachhinein Schaden nehmen dürfen. Und es war ein richtiger Zeitpunkt, um endlich einen Schlussstrich ziehen zu können und nach vorne zu blicken.
Die Differenzen zwischen CDU und Geurts sind also ausgeräumt?
Bongers Es gibt keine Differenzen. Es gibt unterschiedliche Meinungen und das ist auch gut so. Die Meinungen müssen sich Mehrheiten suchen, und von der Partei dann geschlossen auch vertreten werden.
Was heißt es für die CDU, nach vorne zu blicken?
Bongers Das heißt: Bis 2015, wenn der nächste Bürgermeister gewählt wird, haben wir sieben Jahre Zeit, einen neuen Kandidaten auszusuchen und aufzubauen.
Müsste der nicht in den Rat?
Bongers Nicht zwangsläufig. Warum auch. Wir haben in der Partei genügend Frauen und Männer, um eine gute Ratsfraktion stellen zu können. Männer und Frauen, die in allen Ortschaften der Gemeinde wohnen. Das ist noch wichtiger, als den Bürgermeister zu stellen. Denn ohne eine gute Fraktionsarbeit ist auch der beste Bürgermeister nichts wert.
Das stimmt.
Bongers Hinzu kommt, dass Peter Driessen ein unabhängiger Kandidat ist, der nach eigener Aussage uns gegenüber aus dem Amt heraus antritt. Da frage ich mich doch, ob die SPD ihn als eigenen Kandidaten vereinnahmen kann. Da muss Peter Driessen als parteiloser, unabhängiger Kandidat jetzt Stellung beziehen. Er ist unabhängig. Das muss er auch öffentlich darstellen.
Sie streben die absolute Mehrheit an.
Bongers Richtig – denn wir haben auch in der letzten Wahl ein hervorragendes Ergebnis eingefahren. Aber: Wir machen als CDU inzwischen einen Wandel durch, wir sehen, dass auch andere gute Ideen haben können. Dennoch müssen wir darauf achten, dass nicht Luftschlösser gebaut werden. Ich habe auch kein Verständis dafür, dass der Pressesprecher der freiwilligen Feuerwehr für die FDP zum Beispiel die Wärmebildkamera für sich reklamiert, obwohl die Feuerwehr diesen Antrag schon zwei Wochen vorher gestellt hatte.
Die CDU im Wandel – sie wollte auch jünger werden. Klappt das?
Bongers Es sind noch nicht alle Wahlkreiskandidaten aufgestellt. Aber das Beispiel Hasselt zeigt, wie breit wir angetreten sind: Von der jungen Anna-Kristin Seifert bis zum Pensionär Heinz Verhaaren.
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