Kranenburg: Wird der Strafraum Bauland?
VON PETER JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Kranenburg (RPO). Die Kranenburger CDU wird den Haushaltsentwurf 2010 akzeptieren. Neben reichlich Zahlenmaterial stellten die Christdemokraten auch ihre Überlegungen zum Thema Sportentwicklung in der Gemeinde dar.
Die Gemeinde Kranenburg gehört zweifellos nicht zu den Kommunen, die unter der Last eines erdrückenden Schuldenbergs ächzen. Dennoch, so weist CDU-Fraktionschef Joachim Janßen vorsorglich darauf hin, dass, was die Haushaltslage betrifft, man in den kommenden Jahren an den Vorratsschrank muss. Sprich: die Ausgleichsrücklage wird angezapft. "Bis 2013 wird diese nach aktuellen Berechnungen wohl aufgebraucht sein", sagt Janßen. Mehr als drei Millionen Euro hat die Gemeinde derzeit noch auf der hohen Kante. Dennoch steht Kranenburg im Vergleich zu anderen Städte und Gemeinden blendend da. Gehörte man 2009 doch in NRW zu den fünf Prozent der Kommunen, die ihren Haushalt aus den eigenen Einnahmen heraus stemmen konnte. Und die solide finanzielle Situation soll nach den Vorstellungen der Christdemokraten auch so bleiben.
Auch darum macht sich die CDU derzeit zahlreiche Gedanken zur Entwicklung der Sportanlagen im Gemeindegebiet, die in den nächsten Jahren auf der Ausgabenseite ordentlich zu Buche schlagen werden. Klar ist eigentlich nur, dass es eine dezentrale Lösung mit Schwerpunkten in Kranenburg und Nütterden geben soll. Die Situation in Nütterden scheint auch für die CDU eindeutig. Wie berichtet soll der SVN einen Kunst- und Naturrasenplatz und Leichtathletik Nütterden eine Kunststoffrundlaufbahn bekommen. Die Situation beim TuS 07 Kranenburg ist nach den neusten Überlegungen der CDU-Fraktion hingegen wieder völlig offen. Zunächst war geplant, das Asche-Feld in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln – und fertig ist die Laube. Jetzt wird innerhalb der Mehrheitsfraktion des Kranenburger Rats intensiv darüber diskutiert, die Sportanlage zu verlegen. Und zwar hinter das Gebiet des Kranenburger Rewe-Markts. Grund für diese Gedankengänge ist unter anderem die nach wie vor große Bauland-Nachfrage. Wenn der TuS einen Kunstrasenplatz an der alten Stelle bekäme, wäre mit dieser Investition eine Umwandlung in Wohnbebauung innerhalb der nächsten 15 Jahre unsinnig. "Unsere Position ist noch völlig offen. Wir werden jedoch vor der nächsten Sport- und Jugendausschuss im Juni eine Entscheidung getroffen haben", sagt Janßen. 1,92 Millionen Euro sind für die Maßnahmen im Bereich Sportentwicklung derzeit vorgesehen. Die CDU will vor allem mögliche Erlöspotenziale durch Landverkauf nicht vernachlässigen.
Tennis ist dabei
Falls es zu dem Entschluss käme, die Sportanlage jenseits der Umgehungsstraße hinter den Rewe-Markt zu verlegen, wäre auf jeden Fall der benachbarte Tennisverein mit im Umzugswagen. "Es macht nur Sinn, wenn alles komplett verlegt wird", erklärt Werner Walzebug, 2. stellvertretender CDU-Fraktionschef. Wie konkret die Überlegungen sind, alles auszulagern, zeigt, dass bereits berechnet worden ist, was eine mögliche Wohnbebauung finanziell einbringt. Die Chance, weitere Grundstücke zu veräußern, um so den Haushalt in Form zu halten, sieht man offenbar bei der CDU.
Christian Kersten, stellvertretender Fraktionschef der CDU, weiß um die prekäre Situation auf dem Gebiet Sportentwicklung: "Jahrelang ist hier nichts investiert worden. Die Anlagen befinden sich in keinem guten Zustand."
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