Kleve: Zieglers Utamaro für Alex Katz
VON CHRISTINE DEPPEN - zuletzt aktualisiert: 16.02.2010 - 11:37Kleve (RPO). Utamaro'' ist der Titel eines Bildes von Alex Katz, das den Pianisten Daniel Ziegler von der Klever Rhythm&Groove-Musikschule zu einer Komposition für sein Ensemble inspirierte.
Die Uraufführung seines "Utamaro – A JazzHomage to Alex Katz", die Verbindung von Musik und bildender Kunst, lockte ein großes Publikum ins Kurhaus. Museumsdirektor Guido de Werd schilderte 'den Einfluss von Katz "Utamaro'' und dessen Einfluß auf die Komposition Zieglers.
Alexander von Sommerfeld, Trompete und Flügelhorn, Andreas "Stevie" Steffens, Klarinette, Bassklarinette und Altsaxofon, Matthias Wittwer, Sopran- und Tenorsaxofon, Uli Wentzlaff-Eggebert, Kontrabass und Yonga Sun, Drums sowie Bandleader Daniel M. Ziegler am Steinway eröffneten das Konzert mit der Doppelkomposition "Coal Miner / Alpha Anthracite".
Den Solistenauftakt machte Alexander von Sommerfeld mit einer coolen Trompetenimprovisation, bevor sich das Stück in Richtung südafrikanischer Jazzklänge à la Abdullah Ibrahim entwickelte. Daniel Ziegler lud zu "Entdeckungen mit den Ohren" ein. Die ''Homage an Katz'' besteht aus drei Teilen, die einerseits biografische Elemente von Alex Katz verarbeiten und andererseits die Symbolik des Gemäldes selbst aufgreifen. Der erste Teil luftiger, schwebender Klänge einer japanischen Tonleiter passte perfekt zur halligen Akustik der Wandelhalle. Der zweite, tänzerisch-schnelle Teil ist durch die russisch-polnische Abstammung des amerikanischen Malers beeinflusst und spielt absichtlich mit Klischees osteuropäischer Musik. Die Klarinette als Melodiestimme bestimmt hier den Klang.
In Anlehnung an das großformatige Bild mit den 6 Frauenköpfen, komponierte Ziegler einen schnellen swingenden Teil im 6/4-Takt. Hier entfaltete sich die ganze Kraft des dreistimmigen Bläsersatzes über einer swingenden Rhythmusgruppe. In Matthias Wittwers Tenorsaxofonsolo verband sich Improvisation und Komposition zu einem außergewöhnlichen Musik-Erlebnis. Katz frühe Liebe zum Jazz hat ihn beim Malen inspiriert – an diesem Abend konnte man erleben, wie auch umgekehrt Gemälde einen begeisterten Musiker zum Komponieren anregen.
Nach der Pause interpretierte das Sextett die Musik seiner CD "Pictures Of No Exhibition" - die Kombinationsmöglichkeiten der Blasinstrumente gaben jedem Stück seine eigene Klangfarbe. Die Musik der Suite bewegt sich zwischen Avantgarde-Komposition und modernem Jazz. Sie besteht aus einzelnen Teilen, wird jedoch durch Improvisation und thematische Vor- und Rückgriffe zusammengehalten. Die Spielfreude des Sextetts verlängerte das auf 60 Minuten angesetzte Stück um eine halbe Stunde. Blues, Gospel, Up-Tempo-Jazz und Jazzrock – die Musiker ließen sich in einen wahren Rausch der Töne entführen. Frenetischer Beifall .
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