Kleve: Zwei nach zwölf für Lambertus
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 20.03.2007Kleve (RPO). Viele Donsbrügger hoffen noch, die Grundschule im Ort zu retten. Sie stützen sich dabei auf eine Verordnung zum Schulgesetz, die auf die Stärke der ersten und zweiten Klasse abstellt und nicht auf die Anmeldungen.
Donsbrüggen Pastor Bernhard Weskamp macht ein Gesicht, das die Menschen in Donsbrüggen sonst nur von Beerdigungen kennen. „Das ist eine Lebensader, die abgeschnitten wird“, sagt er, wenn er über die Lambertus-Grundschule und ihr wahrscheinliches Ende spricht. Der Schulausschuss der Stadt Kleve hatte in der vergangenen Woche einstimmig beschlossen, im Sommer keine neuen Schüler mehr aufzunehmen, weil sich nur 16 Kinder und damit zwei zu wenige angemeldet haben (die RP berichtete). Viele Donsbrügger, darunter neben Pastor Weskamp auch die ehemalige Schulleiterin Josefine Merges, haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die Schule doch zu retten. Sie haben eine Verordnung zum Schulgesetz entdeckt, die nicht auf die Zahl der Anmeldungen abstellt, sondern die Größe der Gruppen in der Eingangphase (entspricht zusammen gelegten ersten und zweiten Klassen). Die Donsbrügger Gruppen entsprächen mit jeweils 20 Schülern der erforderlichen Mindestgröße.
Schulgesetz geht vor
Die Klever Schulamtsleiterin Annette Wier widerspricht den Argumenten aus Donsbrüggen und wehrt sich gegen die damit verbundenen Vorwürfe. „Wenn wir von langer Hand geplant hätten, die Schule zu schließen, wären wir nicht zwei Mal nach Düsseldorf gefahren, um die Schule zu retten“, sagt sie. Das Problem der selbst ernannten Retter und der Hoffenden in Donsbrüggen heißt Paragraph 82 des Schulgesetzes. „Nach der Rechtsauffassung der Bezirks- und der Landesregierung kollidiert die Verordnung mit dieser Norm. Und das Schulgesetz ist höherrangig“, sagt Annette Wier.
Auch die weiteren Vorschläge versprechen wenig Erfolg. Eine Ausnahme-Genehmigung für ein Schuljahr mit weniger neuen Schülern sei nur unter der Bedingung möglich, dass dies zugleich das letzte neue Schuljahr der Einrichtung sei, sagte die Leiterin des Schulamts. Ein Verbund mit anderen Grundschulen, etwa in Rindern oder in der Klever Unterstadt sei ebenfalls nicht zulässig, berichtet sie.
Letzte Hoffnung: Günter Winands, Staatssekretär im NRW-Schulministerium, liegt eine Bitte der Klever Verwaltung vor, der Lambertus-Schule trotz allem ausnahmsweise ein weiteres Jahr zu erlauben, damit sie sich im künftigen freien Wettbewerb so profilieren kann, dass die Anmeldezahlen wieder steigen. „Dafür gäbe es Ideen“, erklärt Weskamp. Und: „Wir haben keine Chance, nutzen wir sie.“
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