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Kamp-Lintfort: 12 000 warten auf Spenderorgan

VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010

Kamp-Lintfort (RPO). Im Rahmen der ökumenischen Woche für das Leben, die das St.-Bernhard-Hospital vom 13. bis 17. September mit Informations- und Weiterbildungsangeboten inhaltlich füllen will, steht die Organspende im Mittelpunkt.

Daniel Bode, Transplatationskoordinator der Deutschen Stiftung für Organspenden (links), und Dr. Gero Frings vom St. Bernhard-Hospital zeigen einen symbolischen Organspendeausweis. Foto: RPO

"Wir wollen vor Ort Bewusstsein für das sensible Thema Organspende schaffen. Das ist der größte Teil meines Auftrages", meint Dr. Gero Frings, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am St. Bernhard-Hospital. Der Mediziner ist gleichzeitig Transplantationsbeauftragter und weiß um die Dimensionen, die mit diesem Thema berührt werden. Rund 12 000 Menschen warten momentan auf ein Spenderorgan. "Davon benötigen 8000 Patienten eine Niere", meint Daniel Bode, Transplantationskoordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Die durchschnittliche Wartedauer dieser Patienten liegt bei sechs Jahren. "Bekanntlich gibt es zu wenige Organspender, die sich zu Lebzeiten erklären", so Bode.

Info

Talkshow im Kloster

Für die interessierte Bevölkerung geht es am Donnerstag, 16. September, 19 bis 21 Uhr, im Rokoko-Saal von Kloster Kamp um Informationen aus erster Hand. In Form einer Talkshow wollen Fachleute und Betroffene an das Thema führen. Am Freitag, 17. September, endet die ökumenische Woche.

"Emotional schwierig"

Als sehr emotional stuft Pastoral-Referent und Seelsorger am Hospital, Christoph Kämmerling, das Thema ein. Organspender haben sich zu Lebzeiten und im Vorfeld damit auseinander gesetzt. Tritt nun der Tod beispielsweise plötzlich durch einen tragischen Verkehrsfall ein, "ist es ein doppelter Weg für die Angehörigen. Sie haben einen geliebten Menschen verloren und müssen sich mit seinem erklärten Willen der Organentnahme auseinandersetzen", sagt Kämmerling. Auch ohne einen Organspendeausweis kann die Frage nach der Organentnahme für die Zurückgeblieben auftreten. "Sie können im mutmaßlichen Willen des Verstorbenen handeln." Einer Entnahme vorausgesetzt wird die Hirntod-Diagnose durch zwei von einander unabhängige Mediziner gestellt. Alle weiteren Schritte laufen dann über die Deutsche Stiftung Organtransplantation in Kooperation mit der in Leiden ansässigen "Eurotransplant". Passen annähernd Spender- und Empfängerdaten, wird die Transplantation vorbereitet. Der kürzeste Weg zählt, ein Spenderherz muss beispielsweise innerhalb von sechs Stunde transportiert sein. Das Transplantationsgesetz regelt Einzelheiten der Organspende genau. Beide Kirchen wie auch der Zentralrat der Muslime befürworten sie als Akt der Nächstenliebe. Eine Woche steht das Thema im Mittelpunkt. So startet am Montag, 13. September, eine Ausstellung im Foyer des Hospitals. Am Mittwoch, 15. September, wird niedergelassenen und im Krankenhaus tätigen Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Gesundheitsberufen eine zertifizierte Fort-und Weiterbildung angeboten.

Quelle: RP

 
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