Moers: 1500 Waffen abgegeben
VON BIRGIT LAMEYER UND CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 29.12.2009Moers (RPO). Nicht-registrierte Waffen können noch bis zum Jahresende straffrei abgegeben werden. Auch im Kreis Wesel sind in den vergangenen Monaten wesentlich mehr Pistolen und Gewehre entsorgt worden als ein Jahr vorher.
Weil er eine Maschinenpistole jahrelang im Garten vergraben hatte, wurde ein 71-jähriger Kamp-Lintforter vor kurzen zu 300 Euro Geld- und einer halbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Dabei hätte der Rentner, der die Waffe eigentlich schon seit Jahren loswerden wollte, nur zur Polizei gehen und die Pistole abgeben müssen. Er wäre straffrei ausgegangen.
Nur noch wenige Tage haben Besitzer illegaler Waffen die Möglichkeit, diese straf- und kostenfrei bei der Polizei abzugeben. Im Kreis habe man in den vergangenen Monaten einen deutlichen Anstieg der Abgabe vermerken können, berichtet Jutta Müller-Hülsemann von der Kreispolizei Wesel. In diesem Jahr seien insgesamt knapp 1500 Waffen im Kreis ab- und zur Vernichtung freigegeben worden – ein Großteil nach Inkrafttreten der Waffenamnestie im Juli.
Abholservice
Illegale Waffen und Munition können bis Donnerstag, 31. Dezember, straf- und kostenfrei bei jeder Polizeidienststelle abgeben können. Der Transport ist erlaubnispflichtig. Die Behörde bietet an, Waffen kostenfrei abzuholen. Auskünfte unter Tel. 0281 1072035.
Besitz ist kein Kavaliersdelikt
Mit der zeitlich begrenzten Waffenamnestie bis zum Jahresende wollen die Behörden die Zahl der Waffen in Privathaushalten verringern. Diese Regelung gilt allerdings nicht, wenn gegen jemanden schon ein Bußgeldbescheid ergangen ist oder ein Verfahren läuft. Der Besitz, warnen die Behörden, ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt. In vielen Fällen wurden schon hohe Bußgelder verhängt. Viele der Waffen, die zum Teil mit Munition abgegeben wurden, stammen bisher allerdings aus Erbschaften. Die sachgerechte Aufbewahrung im Waffenschrank ist den Erben oft zu umständlich, auch die mit der Blockierpflicht verbundenen Kosten sind für manche ein Problem.
Möchte man eine Waffe behalten, muss sie von einem zertifizierten Büchsenmacher blockiert und mit einem Code versehen werden. Ab dem kommenden Jahr wird die sichere Aufbewahrung verstärkt kontrolliert, kündigt die Behörde an. Besonders seit dem Amoklauf in Winnenden im März verzeichneten die Behörden eine sprunghafte Inanspruchnahme des Angebots.
Landesweit sind seitdem etwa 35 000 Waffen abgeliefert worden – rund doppelt so viel, wie zum gleichen Zeitraum vergangenen Jahres. Die abgegebenen Waffen werden von der Polizei auf Verwicklungen in Strafsachen kontrolliert und eingeschmolzen. 38 Tonnen Metall kamen somit bereits zustande.
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