Rheurdt: 5669 Stimmen fürs Hallenbad
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 14.09.2010Rheurdt (RPO). Rund 500 kleine und große Bürger marschierten gestern bei der Demonstration für den Erhalt des Rheurdter Bads mit. Ebenfalls beeindruckend ist, wie viele Unterschriften gesammelt und übergeben werden konnten.
Alle waren überwältigt: Dass so viele Menschen an der Demonstration durchs Ökodorf teilnehmen würden, hätte keiner geglaubt. Vor allem nicht Andreas Mölders, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Rheurdt-Schaephuysen und damit Veranstalter. Als er sich die 500 Teilnehmer am Startpunkt vor dem Hallenbad ansah und die Entschlossenheit in den Gesichtern bemerkte, da wusste er: "Die wären auch gekommen, wenn es in Strömen geregnet hätte."
Tat es aber nicht. Bei herrlichem Sonnenschein entwickelte sich die Demonstration durchs Dorf fast zu einer Art Volksfest. Mölders Bitte, lautstark, aber friedlich durch den Ort zu ziehen, wurde erfüllt: Trillerpfeifen, Vuvuzelas und Rasseln lärmten. Dazu Rufe wie "Wir wollen unser Bad behalten" oder "Hände weg vom Hallenbad". Ähnliche Sprüche standen auch auf Plakaten und Transparenten.
DLRG bei SPD
Morgen, am Mittwoch, kommt die SPD Rheurdt zur Fraktionssitzung zusammen. Sie erwartet Besuch von der DLRG. "Gemeinsam wollen wir über das Sparpaket reden", so SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Fronhoffs.
Kundgebung im Burgerpark
Mindestens die Hälfte der Demonstranten waren Kinder und Jugendliche, viele aus den Reihen der DLRG und der Pfadfinder. Es marschierten längst nicht nur Rheurdter mit. Da auch Sevelener und Kerkener auf das Rheurdter Hallenbad angewiesen sind, sammelten auch sie Unterschriften gegen die vorgeschlagene Schließung und liefen gestern mit.
"Ich habe im Rheurdter Bad eine sehr gute Freundin kennen gelernt und hänge daher an der Badeanstalt", verkündete Björn Janssen von der Kerkener DLRG vor den 500 Zuhörern, als der Protestzug im Burgerpark angekommen war. Er plädierte zusammen mit Andreas Mölders an die Bürger, einen Förderverein zu gründen, so wie vor 16 Jahren in Alpen, als dort das Hallenbad geschlossen werden sollte. "Falls beschlossen wird, unser Bad zuzumachen, geschieht dies erst 2012", hielt der Rheurdter DLRG-Chef fest. "Bis dahin haben wir Zeit, etwas zu tun."
Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass die Bürger an dem Bad hängen, ist die Zahl der Unterschriften, die Mölders nach der Kundgebung an die stellvertretende Bürgermeisterin überreichte: Sage und schreibe 5669 Stimmen für den Erhalt sind in den vergangenen Wochen in Rheurdt, Kerken, Sevelen und Umgebung gesammelt worden. Als Mölders die Zahl nannte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.
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