Neukirchen-Vluyn: Aber bitte mit Sahne!
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 13.07.2007Neukirchen-Vluyn (RPO). Tanja Patzelt hat ihren beruflichen Traum im Café Nacke verwirklicht. Die 19-Jährige hat ihre Prüfung als Konditorin bestanden und wurde von Konditormeister Andreas Nacke übernommen. Jetzt sucht er wieder Auszubildende.
Ein Berufspraktikum in einem Konditorbetrieb hatte Tanja Patzelt bereits in der neunten Klasse gemacht. „Ich habe immer gerne gebacken. Meine Cousine ist Konditorin, und ich wusste schon eine Menge über den Beruf“, erzählt die 19-Jährige. Als sie dann den Hauptschulabschluss an der Diesterwegschule machte, hatte sie allerdings noch keine Ausbildungsstelle. Schulleiter Klaus Plonka, der vor Ort bei Betrieben nicht nur nach Praktikummöglichkeiten, sondern auch nach Lehrstellen sucht, hatte sich auch im Café Nacke erkundigt. Der Zufall spielte damals mit. Zu diesem Zeitpunkt stieg Konditormeister Andreas Nacke (34) mit seiner Frau Tina in den elterlichen Betrieb ein. „Mein Vater konnte als Bäckermeister keine Konditorin ausbilden“, erzählt Andreas Nacke, der die Kunst des Konditorhandwerks im Moerser Café Voorgang erlernte.
Lehrstellenangebote
„Aber bitte mit Sahne!“ heißt es bei Konditormeister Andreas Nacke, der zwei Auszubildende für den Beruf Konditor/in sucht. Zusätzlich ist die dreijährige Ausbildung zur Konditoreifachverkäuferin möglich. Terminabsprachen sind unter 0 28 45 / 50 63 möglich
Prüfungsthema: „Traumhochzeit“
Klaus Plonka leistete noch ein wenig Überzeugungsarbeit, denn mit dem Generationenwechsel veränderte sich die Ausbildungssituation im Hause Nacke. „Die Entscheidung habe ich nicht bereut“, meint heute Konditormeister Nacke. Tanja Patzelt wurde seine erste Auszubildende. Für sie ging ein Traum in Erfüllung. Drei Jahre dauerte ihre Ausbildung. „Mir macht es Spaß, Rezepte auszuprobieren, Torten zu gestalten und einfach kreativ zu sein“, meint die frisch gebackene Konditorin, die auch die Prüfungskommission mit dem Thema „Traumhochzeit“ von ihrem Können überzeugte. Vor allem zum 07.07.07 waren ihre Hochzeitstorten sehr gefragt.
Von 20 Prüfungskandidaten haben 15 bestanden, wobei sich meist Frauen für den Beruf des Konditors entschieden haben. In der Skala der Lieblingsberufe zählen Bäcker und Konditor nicht zu den Favoriten. Die Arbeitszeit in den frühen Morgenstunden schrecken viele ab, zudem gilt der Beruf bei Schulabgängern als anstrengend. „Wir haben notorischen Mangel“, so Nacke. Dabei sei der Konditor-Beruf abwechslungsreich, „weil anders als beim Brötchenbacken die Zutaten vielfältiger sind. Mit Materialien wie Schokolade und Marzipan ist man eben eine Spur kreativer.“
Das Stadtcafé Nacke hat ein breites Angebot, das von Frühstück über Mittagtagstisch bis hin zum Kaffeeklatsch mit Rum-Krokant-Torte, kreiert von Tanja Patzelt, reicht. Mit den positiven Erfahrungen ist Andreas Nacke wieder auf der Suche nach Auszubildenden, die gerne, aber ernsthaft Konditor/in oder Konditoreifachverkäufer/in werden wollen. „Neben Zuverlässigkeit wünschen wir uns Engagement und natürlich Freude am Beruf. Der oder die Auszubildende sollte außerdem offen sein, Neues auszuprobieren“, sagt Ausbilder Nacke.
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