Moers: Abriss war kein Alleingang
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 26.08.2009Moers (RPO). Für Verwirrrung sorgte Bürgermeister Norbert Ballhaus in Sachen Sportzentrum. Die Schließung des Bades sei eine Managemententscheidung gewesen, schrieb er. Dienstag ruderte er zurück und stellte sich vor Stefan Krämer.
Lange musste FBG-Vorsitzender Claus Peter Küster warten, bis er Antworten auf seien Fragen zum Abriss des Sportzentrums Rheinkamp bekam. Da Bürgermeister Norbert Ballhaus dem Rat nicht antworten wollte, musste er den Umweg über den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit gehen. Und dort lagen die Antworten zwar seit Ende Februar vor, wurden jedoch nicht an Küster weiter geleitet.
So kommt es nun, dass die Schließung des Bades wenige Tage vor der Kommunalwahl noch einmal zum politischen Thema wird. Denn eine Aussage von Bürgermeister Ballhaus in dem ansonsten eher nichtssagenden umfangreichen Papier ließ nicht nur Küster hellhörig werden: "Eine Managemententscheidung" der Städtischen Bäderbetriebe sei Ursache für die Schließung gewesen. Das hört sich an, als wolle Ballhaus, der in der ganzen Debatte um die Zukunft der Moerser Bäder hinter dem Konzept der Sbb gestanden hatte, plötzlich allein Geschäftsführer Stefan Krämer den schwarzen Peter zuschieben. Sollte Krämer ohne Beteiligung der Aufsichtsgremien (also der Politik), in den denen Ballhaus den Vorsitz hat, das Bad dicht gemacht haben?
So geht es weiter
Der Abriss ist beendet, ein Planungsteam unter der Federführung von Krawinkel Ingenieure aus Krefeld bereitet den Bau des neuen Sportzentrums Rheinkamp vor. Zwei Dreifachsporthallen und ein Hallenbad werden entstehen. Die Arbeiten beginnen 2010.
Zur Erinnerung: Am 1. Mai 2008 wurde die Schließung des Hallenbades und der Sporthalle in Meerfeld beschlossen. Zuvor hatte Norbert Ballhaus deutlich gemacht, dass der Brandschutz dort soweit im Argen sei, dass die Stadt als Aufsichtsbehörde den Eigentümer Sbb aufgefordert habe, sofort zu handeln. Mängel in dem Gebäude waren bereits seit 2006 bekannt. Damals trug die Stadt selbst noch die direkte Verantwortung.
Gestern ruderte Ballhaus auf Anfrage des Grafschafters von seinen Antworten Richtung Küster zurück. Die Schließung sei kein Alleingang von Stefan Krämer gewesen. Die Sbb habe keine Alternative gehabt. Der Gefährdungsgrad habe sich nach der letzten Begehung des Sportzentrums als unhaltbar herausgestellt. Eine Sanierung wäre wirtschaftlich nicht zu verantworten gewesen. Rat und Verwaltungsrat seien selbstverständlich an der Entscheidung beteiligt gewesen. Und warum hat die Stadt den Sbb ein mangelhaftes Bad übergeben? Ballhaus: "Mängel sind seit vielen Jahren bekannt und öffentlich diskutiert worden. Mir ist – wie beim Rathaus – auch dieser Zustand mit dem Bürgermeister-Amt übergeben worden. Wir haben sowohl im Rathaus als auch im Sportzentrum immer wieder Maßnahmen durchgeführt. Bei diesem so wichtigen Thema gab es aber dann den Zeitpunkt, der konsequentes Handeln erforderte – auch wenn es unpopulär ist."
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