Moers: Äußerst gefragt
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 27.08.2010Moers (RPO). Zwölf neue Auszubildende haben Anfang August ihre Berufsausbildung für Verkauf, Verwaltung und Dekoration beim Mode- und Sport-Center Braun in Moers begonnen. Braun ist in Moers der zweitgrößte Ausbilder.
Nein, das Bild einer Null-Bock-Generation kann sie nicht bestätigen. Im Gegenteil, Elke Dirks, seit 25 Jahren Ausbildungsleiterin beim Mode- und Sport-Center Braun, ist stolz auf "ihre" Jugendlichen. Braun-Azubi Daniel Leuth wurde mit 99,25 von 100 möglichen Punkten von 500 Prüflingen Kammerbester. Vor sechs, sieben Jahren stellte Braun sogar mit 100 Punkten den NRW-Besten – der ist übrigens ein Russlanddeutscher. 2004 gab es von der IHK eine Urkunde für das Modehaus als Ausbildungsort.
Die Ausbildung ist überaus begehrt. Am 1. August begannen zwölf neue Auszubildende bei Braun ihre Berufsausbildung. Über 400 hatten sich beworben, die Bewerbungen kamen aus ganz Deutschland. Nach der Sparkasse ist das Modehaus der größte Ausbilder am Ort. Zur Zeit lernen 33 junge Frauen und Männer den Beruf Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel, Bürokauffrau oder Gestalter für visudelles Marketing – früher schlicht Dekorateur genannt.
300 Azubis in 25 Jahren
Elke Dirks suchte sie aus, stellte sie ein und begleitet sie intensiv durch die dreijährige Ausbildung. Als sie im Januar ihr 25-jähriges Jubiläum bei Braun beging, hat sich ausgerechnet, dass sie gut 300 Auszubildende erlebt hat. Und die meisten sind bis heute geblieben. 70 bis 80 Prozent der Azubis werden nach Ende ihrer Ausbildung übernommen. Zehn Prozent etwa gehen in ein Studium, etwa auf die Textilfachschule Nagold im Nordschwarzwald.
Vom Thema anonyme Bewerbungen hält Elke Dirks gar nichts. Sie sucht die Auszubildenden genau aus. Die Bewerbung muss sauber und vollständig sein, Fachoberschulreife wird vorausgesetzt. Die Hauptfächer auf dem Zeugnis sollten mindestens befriedigend sein. Viel wichtiger nach dieser ersten Hürde sind beim "Recall" ein Test und der Eindruck beim Gespräch. Wobei die Ausstrahlung entscheidender ist als das Aussehen. Die Bewerber brauchen eine Ahnung von Mode und Kontaktfreude. Die neuen Azubis im Alter von 16 bis 23 Jahren werden nicht sofort auf den Kunden losgelassen. Sie lernen durch Zuschauen, Zuhören und interne Schulungen. Und natürlich wird auch das Loriot-Video vom Anzugverkäufer als Warnung gezeigt. Angestrebt wird eine ehrliche Beratung der Kunden. Ein "Überreden" des Kunden könne und wolle man sich bei Braun nicht leisten.
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