Neukirchen-Vluyn/Rheurdt: Alarm im Rathaus: Die Möhnen sind los
VON ULRICH JOPPICH UND CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 16:53Neukirchen-Vluyn/Rheurdt (RPO). Schon lange vor dem Ansturm der Möhnen wurde im Foyer des Neukirchen-Vluyner Rathauses geschunkelt und gesungen. Das phantasievoll kostümierte Verwaltungs-Team stimmte sich mit närrischen Kampfgesängen ein auf den Angriff der wilden Weiber - mit von der Partie waren Bürgermeister Harald Lenßen und sein Stellvertreter Kurt Best.
Matrosen zur Abwehr Wie schon sein Vorgänger Bernd Böing hatte auch Lenßen eine schlagkräftige Abwehrtruppe aus den Auszubildenden rekrutiert und im Matrosen-Look einkleiden lassen. So standen denn Nadine Marksteiner, Jan Leschikowski, Dominik Peters, Markus Drymalla und Fabian Fischer wie eine uneinnehmbare Mauer auf den Stufen zum Rathaus, als die Möhnen zur Attacke bliesen. Schon vorher hatte der Bürgermeister um tatkräftige Unterstützung gebeten.
Rathaus im Sturm erobert
Es nützte letztlich alles nichts: Nach vorne gepeitscht von Vlü-Ka-Ge-Präsident Dieter Rink und mit Unterstützung von den Blau-Weißen Funken und der Neukirchen-Vlü-Ka-Ge, eroberten die Möhnen das Rathaus und präsentierten kurz darauf einen geschlagenen Bürgermeister in Sträflingsmontur und den Schlüssel der Stadt als Kriegsbeute. Den "Klausi" gefesselt In Rheurdt waren die 30 Altweiber um Obermöhne Sandra Mölders seit 9 Uhr unterwegs immerhin hatten sie sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, vor dem Rathaussturm jedes Geschäft zu besuchen.
"Wir sind überall freudig aufgenommen worden", berichtete Sandra Mölders, als ihre Truppe um 12.11 Uhr im Rathaus angekommen war, um Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen aus seinem Büro zu entführen. Dann der Schock: Der Rathauschef war nicht in seinem Zimmer.
"Wir woll'n den Klausi sehn", skandierten 30 Möhnen und stürmten durchs Rathaus. Eine der verkleideten Frauen schaute sogar in einem Schließfach nach. Der "kleine Klausi" Kleinenkuhnen war aber nicht drin. Den fanden die wilden Weiber unten in der Empfangsloge. Er hatte sich mit einem neonfarbenen Arbeitsoverall getarnt. Gefesselt wurde Kleinenkuhnen hoch in den Rathaussaal geführt, wo dann mit rund 100 Leuten zwei Stunden gefeiert wurde
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