Moers: Anti-Ballhaus-Initiative hält Zahlen zurück
VON PETER GOTTSCHLICH - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Moers (RP). "Wir geben keine Pegelstandsmeldungen mehr heraus." Ingo Brohl (CDU), einer der Aktiven der Bürgerinitiative "Rathaus ohne Ballhaus", gab sich am Mittwochabend beim zweiten "Jour Fixe" zurückhaltend, wie viele Unterschriften die Initiative bislang gesammelt hat. Aus taktischen Gründen wolle die Initiative keine Zahlen mehr herumgeben, denn die Ballhaus-Befürworter könnten sich darauf einstellen. Da aber alle zufriedene Gesichter machten und alleine beim "Jour Fixe" ein Stapel mit 210 Unterschriften abgegeben wurde, ist davon auszugehen, dass auch in der zweiten Sammelwoche der notwendige Schnitt von 100 Unterschriften pro Tag erreicht wurde.
Das ist weniger als in der ersten Sammelwoche, als insgesamt 850 angespült wurden. Denn die erste große Welle, die es bei jeder Initiative gibt, scheint vorbei zu sein. So kamen zum zweiten "Jour Fixe" nur 15 Aktive ins Haus Kampmann – zehn weniger als eine Woche zuvor. "Heute spielen Bayern und Gladbach im DFB-Pokal", erklärte Pressesprecher Karsten Schubert, warum beim zweiten Mal nicht ganz so viele an Bord waren. Ingo Brohl machte außerdem das Wetter dafür verantwortlich: "Die Kälte ist problematisch." Man bekomme schnell kalte Füße, wenn man an einem Stand stehe oder herumgehe, um Flugblätter in Briefkästen zu werfen. Deshalb beschlossen die Aktiven der Initiative, wieder stärker zu sammeln, wenn es wärmer und die Karnevalszeit vorbei ist "Nach Aschermittwoch wollen wir ausschwirren", so Ingo Brohl. "Die Stadt soll wieder vibrieren wie am Anfang." Mit Ausschwirren meinte er, neben den Ständen auf dem Altmarkt und dem Repelener Markt verstärkt Flugblätter und Unterschriftenlisten in Briefkästen zu werfen. Schließlich ist jetzt Geld dafür da: Am Montagabend hatte Initiativen-Gründer Heinz Huppers einen anonymen Briefumschlag mit einer Spende erhalten und am Dienstagabend Initiativen-Gründerin Hannelore Kaufmann. Beide Umschläge wurden unter Zeugen geöffnet und enthielten jeweils 100 Euro. "Wir danken den anonymen Spendern", so Hannelore Kaufmann. Gleichzeitig sprachen sich die Aktiven dafür aus, die Kontosituation mit Einnahmen und Ausgaben im Internet zu veröffentlichen, um Transparenz zu zeigen.
Schwarz-rote Konflikte
Der positive Start in die ersten zwei Wochen glättete auch einige Wogen, die am Mittwoch hochschlugen, etwa die zwischen Christdemokratin Hannelore Kaufmann und Linken-Politikerin Gabriele Kaenders. Hannelore Kaufmann hatte an einem Stand Vorschläge gemacht, bei der Stadtverwaltung Personalkosten durch Ausgliederungen zu reduzieren, was für Gabriele Kaenders undenkbar ist. Doch herrschte schnell wieder ruhige See. "Wir können uns nach Mai wieder fetzen", erklärte Kaenders. Schließlich sei Pfingsten das Unterschriftensammeln beendet.
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