Moers: Aus für Hotel-Pläne
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 17.09.2010Moers (RPO). Schlappe für die hochtrabenden Pläne für die Nachnutzung des Neuen Rathauses. Gestern Abend informierte die Verwaltung, dass der Investorenwettbewerb nur drei Bieter erbrachte, die alle die Kriterien nicht erfüllen.
Die Nachricht schlug gestern ein wie eine Bombe. Hinter verschlossenen Türen in nicht öffentlicher Sitzung informierte die Verwaltung die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt über einen peinlichen Flop. Der Investorenwettbewerb für die Nachnutzung des Grundstücks des Neuen Rathauses hat zu keinem Erfolg geführt. Es meldeten sich lediglich drei Interessenten, die aber nach Meinung der Verwaltung und der betreuenden Gesellschaft für Stadtentwicklung Niemann und Steege in Düsseldorf alle nicht die Kriterien erfüllen. Die Verwaltung will jetzt eine neue Bewerbungsphase ausloben. Dabei ist aber der Knackpunkt, dass die vom Stadtrat bewusst hoch gesetzten Kriterien jetzt etwas gelockert werden müssten. Egal, ob es um Referenznachweise, sprich ähnliche Projekte, oder die Gesamthaftung geht, selbst der Hotelplan ist verhandelbar. Nur Wohnungen dort zu bauen, geht plötzlich auch. Da gibt es viel Streitpotenzial.
Zeitplan in Gefahr
Bereits am Mittwoch war durchgesickert, dass das Projekt Nachnutzung Neues Rathaus auf der Immobilienmesse Expo Real vom 4. bis 6. Oktober in München vorgestellt werden solle. Selbst wenn es gelänge, ganz schnell eine neue Bewerbung auf den Weg zu bringen, bedeutet das noch längst nicht, dass auch sofort ein Investor gefunden wird. Damit droht der Zeitplan zu kippen. Wenn nach dem Umzug in den Rathaus-Neubau Anfang 2012 das jetzige Rathaus an der Meerstraße, das denkmalgeschützte Weiße Haus und das ehemalige Landratsamt (heute VHS) lange leerstehen, dann ist das für Ampel-Kooperation und Verwaltung eine Katastrophe. Dazu kommt, dass zukünftige Investoren in dieser Notlage versuchen werden, die Preise zu drücken.
Schon bei der Ideenwerkstatt am 12. Juli in der Stadtkirche haben Besucher kritisiert, dass der Stadtrat sich bereits auf eine Nachnutzung des Neuen Rathauses als Hotel festgelegt habe. Was solle eine Ideenwerkstatt, wenn gar keine neuen Ideen zum Zuge kommen können? Die Ideenwerkstatt hat damals aber auch aufgezeigt, mit welchen Problemen – außerhalb der hohen Kriterien im Wettbewerb – ein zukünftiger Investor zu tun hat. Das Filetgrundstück verlangt nach einer städtebaulich anspruchsvollen Bebauung. Die logistische Anbindung eines neuen Gebäudes auf diesem Grundstück verläuft über die Meerstraße. Das Gebäude dürfte aber sich nicht mit seiner Rückseite zum Kastellplatz abschotten, schließlich ist ja gerade die Sicht aufs Schloss ein entscheidender Pluspunkt für das ganze Projekt. Außerdem handelt sich der Investor zwei Denkmäler ein, das Landratsamt und das Weiße Haus, in dem damals die erste private Nervenheilanstalt im Rheinland eröffnet wurde. Das Amt für Denkmalpflege im Rheinland machte im Juli noch mal klar, dass sich ein Bauherr auf historischem Grund befindet, den ehemaligen Festungsanlagen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




