Moers: Bankraub: Angeklagter kommt frei
zuletzt aktualisiert: 28.03.2008Moers (RPO). An die Worte „Überfall!” und „Geld” konnte sich die Mitarbeiterin einer Tankstelle auf der Römerstraße nach dem Überfall, bei dem sie mit einem Messer eingeschüchtert wurde, noch gut erinnern. Zunächst gab es keine Spur von den drei Tätern, kurz darauf schien immerhin einer der Männer gefasst. Ein 21-jähriger Arbeitsloser musste sich wegen des Überfalls jetzt vor Gericht verantworten. Nach zwei Prozesstagen hat die große Jugendkammer in Moers den Mann allerdings freigesprochen.
Objektive Spuren wie DNA, Fingerabdrücke oder gar Zeugen für die Teilnahme des schon mehrfach vorbestraften Mannes an dem Überfall gab es nicht. Alleine aufgrund von Angaben eines Bekannten war der heute 21-Jährige in Verdacht geraten. Die Mitarbeiterin, die von insgesamt drei Männern überfallen und ausgeraubt worden war, konnte ihn nämlich nicht identifizieren. Denn die Täter, die kurz vor Mitternacht in den leeren Kassenraum gekommen waren, seien vermummt gewesen, erklärte die Frau. Mit 500 Euro waren sie entkommen.
Nur die Haarfarbe und die Statur der Männer habe sie erkennen können. „Ein falsches Spiel”, so der Angeklagte. Ein Bekannter habe ihn schon öfter zu Unrecht bei der Polizei angeschwärzt, wahrscheinlich sei er eifersüchtig auf seine Fußballkarriere. Der Belastungszeuge, der zur Zeit selber eine Haftstrafe verbüßt, wollte vor Gericht nun nicht mehr gegen den Angeklagten aussagen. Er sagte kurzerhand, er erinnere sich nicht mehr so genau. Für eine Verurteilung reichte das bei weitem nicht.
Trotz des Freispruchs musste der 21-Jährige nach der Verhandlung ins Gefängnis zurück. Er hat nämlich noch eine alte Strafe abzusitzen.
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