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Kamp-Lintfort: „Sonnennebel“ im Klassenzimmer

VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 11.04.2008

Kamp-Lintfort (RPO). „Das war für mich bisher eine einmalige Erfahrung, dass Schüler nach einer Lesung nicht nur ein paar interessierte Fragen stellen, sondern sich darüber hinaus auch noch weiterhin mit meinem Buch beschäftigen.“ Fast genau ein Jahr ist es jetzt her, dass der einst in Repelen aufgewachsene und jetzt in Wuppertal lebende Schriftsteller Hermann Schulz anlässlich der letzten Kamp-Lintforter Literaturtage zu einer Lesung in der örtlichen Realschule zu Gast war und dabei den Schülerinnen und Schülern der dortigen 9c sein 2001 im Hamburger Carlsen-Verlag erschienenes Buch „Sonnennebel“ vorstellte.

Foto-Protokoll erstellt

Die Geschichte des 15-jährigen Waisenjungen Freddy, der in den 50er Jahren in einem niederrheinischen Ort aufwächst und dort gegen alle äußeren Widerstände seine eigene Persönlichkeit findet, gefiel den Kamp-Lintforter Realschülern, und so beschlossen sie mit ihrer Lehrerin Marina Zacharias gemeinsam, das Buch nicht nur komplett zu lesen, sondern dessen wichtigste Szenen in einem nachgestellten Foto-Protokoll noch einmal lebendig werden zu lassen. Am Mittwoch war Hermann Schulz auf Einladung der örtlichen Buchhandlung am Rathaus erneut zu einer Lesung in Kamp-Lintfort zu Gast, diesmal allerdings in der Stadtbücherei und mit seinem neuesten Buch „Der silberne Jaguar“. Zu diesem Anlass hatte eine aus dem ursprünglichen Klassenprojekt hervorgegangene freiwillige Arbeitsgruppe der 9c erneut ein entsprechendes Fotoprotokoll realisiert, das sowohl dem Autor als auch den Lesungsbesuchern an diesem Abend erstmals in einer Ausstellung vorgestellt wurde. In Hermann Schulz‘ neuem Roman ging es diesmal um einen heutigen 15-Jährigen, namens Rufus Flint, der auf Anregung seiner sozial engagierten Tante für eine Hilfssendung in das ehemalige Atomkatastrophengebiet rund um Tschernobyl einen alten Rollstuhl aufmotzt, um dann zu erleben, dass eine Gruppe lebenslustiger, weißrussischer Germanistikstudenten das gute Stück klaut, bevor es bei seiner vermeintlich alten, gebrechlichen Bestimmungsperson ankommt. So muss sich Rufus unfreiwillig in einem ihm vollkommen fremden Land auf die Suche nach dem verlorenen „silbernen Jaguar“ machen, wobei er mit der kessen, blondhaarigen Studentin Jana nicht nur seine erste große Jugendliebe erlebt, sondern am Ende auch noch viele neue, weißrussische Freunde findet. Die nicht immer ganz leichten Recherchen für seinen neuen Roman „Der silberne Jaguar“ konnte Hermann Schulz nach eigener Aussage am Mittwoch nur durch die Hilfe des Alpener Kinderhilfswerks „Gormel bei Tschernobyl“ erfolgreich abschließen. Der zurzeit fast 200 Mitglieder starke Verein vermittelt seit 1994 alljährlich bis zu 80 Kinder aus dem ehemaligen, russischen Atomunfallgebiet rund um Tschernobyl zu jeweils dreiwöchigen Ferienaufhalten in niederrheinische Familien und leistet auch vor Ort tätige Hilfe.

Quelle: RP

 
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