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Neukirchen-Vluyn: „Zedern-Feindbild reicht nicht“

VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 27.09.2007

Neukirchen-Vluyn (RPO). Die neue Bürgergemeinschaft Neukirchen-Vluyn (BGNV) blies zur Attacke auf die Ratsfraktionen. Nun schlagen die ersten zurück. SPD und „NV AUF geht’s“ sehen Schwächen und Widersprüche bei der neuen Vereinigung.

Historischer Moment: Am 20. Juli 2006 fiel die Vluyner Zeder trotz großer Bürgerproteste. Schon damals deutet sich an, dass sich aus dem Protest eine neue Partei entwickeln könnte. Nun hat die BGNV den politischen Kampf aufgenommen. Foto: RPO
Historischer Moment: Am 20. Juli 2006 fiel die Vluyner Zeder trotz großer Bürgerproteste. Schon damals deutet sich an, dass sich aus dem Protest eine neue Partei entwickeln könnte. Nun hat die BGNV den politischen Kampf aufgenommen. Foto: RPO

Es wird spannende in der Neukirchen-Vluyner Kommunalpolitk. Nach Gründung der Bürgergemeinschaft Neukirchen-Vluyn (BGNV), die sich als als „Alternative zu den etablierten Parteien“ sieht und die bei der Kommunalwahl 2009 als erklärtes Ziel „die politische Schwächung der etablierten Parteien“ ausgegeben hat, wehrt sich die SPD als erstes gegen den neuen Gegner. Und auch „NV AUF geht’s“, die für die BGNV „indiskutabele Fraktion“, weil sie „kommunistische Ziele verfolge“, nimmt sich die neue „Zedernpartei“ zur Brust.

„Eigentlich ist jedes Mitwirken wollen von Bürgern in der Kommunalpolitik als Ausdruck des bürgerlichen Engagements zu begrüßen - vor allem, wenn es vom Willen getragen ist, es besser machen zu wollen. Eigentlich! Aber aber was muss man von einer politischen Bürgergemeinschaft halten, die zur Kommunalwahl antreten möchte und sich als oberstes Programmziel die Schwächung der etablierten Parteien gesetzt hat?“, schreibt Günter Zeller, SPD-Fraktionsvorsitzender, dem Grafschafter. Nicht der Einsatz für die Interessen der Bürgerschaft im breiten Spektrum der städtischen Aufgabenfelder, nicht die Verwirklichung eigener Problemlösungsansätze stünden im Vordergrund, sondern der Kampf gegen ein ausgesuchtes Feindbild – „gegen die von den Bürgern in den Rat entsandten Vertreter“. Zeller weiter: „Was soll man davon halten, dass die Vorstandsmitglieder Bolz, Kaiser und Ramacher, quasi als Qualitätsmerkmale, mit ihren Austritten aus etablierten Parteie“, in denen sie nie mit eigenen Lösungsvorschlägen in Erscheinung getreten sind, werben? Wie wirkt es auf den mündigen Bürger, wenn ein Vorstandsmitglied Dühr die seiner Meinung nach zu hohe Anzahl von Lehrern in Führungspositionen beklagt, sich aber selbst als Kunst- und Sportlehrer zu erkennen gibt? Wenn er gleichzeitig anderen Einblicke in wirtschaftliche Vorgänge in Abrede stellt, wobei er selbst wahrscheinlich Wirtschafts- und Arbeitslehre nur vom Hörensagen kennt, weil diese Fächer an seiner Schulform nicht angeboten werden?“ Die Beantwortung dieser Fragen werde jeder verantwortungsvolle Bürger selbst vornehmen müssen – auch unter Zuhilfenahme weiterer „Messlatten“. Zeller: „Ein Zedern-Feindbild reicht da allein nicht aus!“

Info

Die BGNV

Den Vorstand der BGNV bilden: Albert Kaiser (Vorsitzender), Klaus Köpp (stellvertretender Vorsitzender), Jürgen Gratz (Geschäftsführer), Rolf Ramacher (Schriftführer), Arno Dühr (Kassenprüfer), Markus Spiller (Kassenprüfer) Claudia Spiller (Schatzmeisterin) und Hartmut Bolz (Pressesprecher).

Viele Widersprüche entdeckt „NV AUF geht’s“ bei der BGNV. Aus Sicht von Klaus Wallenstein und Elisabeth Wannenmacher gab es bereits im Kampf um die Rettung der Vluyner Zeder wie beim Thema „Altlastenwall“ eine Bürgerbewegung – nämlich ihre Vereinigung. Sie zitieren genüsslich den stellvertretender Vorsitzender der BGNV, der im Dezember noch auf gesagt haben soll, dass es die Bewegung für den Erhalt der Zeder ohne „NV AUF geht’s“ nicht zustande gekommen wäre. Den Vorwurf, sie verfolgen kommunistische Ziele, bezeichnen Wallenstein und Wannenmacher als falsch. Diese Unterstellung mache die BGNV „völlig unglaubwürdig“. Immerhin habe man gemeinsam „Hand in Hand“ im Zedernkreis gearbeitet und das Kinderfest auf dem Vluyner Platz organisiert. Wallenstein bezweifelt, dass Hartmut Bolz für den gesamten Vorstand spricht. Im Übrigen sei an der BGNV wenig Neues zu erkennen. Eine anderer Politik werde nur gemacht, wenn die Bürger selbst zur Verbesserung ihrer Lage aktiv werden und ihre Interessen in die eigene Hand nehmen.

Quelle: RP

 
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