Moers: Bergbauschäden: Stadtkirche zu
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 21.02.2011 - 12:10Moers (RPO). Von März bis in den Herbst hinein muss die evangelische Kirche aufwändig und kostspielig saniert werden. Wo die Risse herkommen, ist unklar. Begleitet werden soll das Bauvorhaben mit dem Slogan "Stadtkirche stützen".
Es sieht nicht gut aus im Bereich des Haupteingangs. Die Risse in der verputzten Wand werden immer größer. "Und der Boden unter uns hier im Eingangsbereich sackt ab", sagt Pastor Torsten Maes. Richtiggehende Mulden sind im Steinboden entstanden. Lange Risse im Mauerwerk sind auch an anderen Stellen zu sehen – innen und außen. Nachdem die Stadtkirche in den 1970er Jahren renoviert worden war, ist sie nun grundlegend renovierungsbedürftig. "Das Kirchenschiff sackt im Bereich des Turms langsam ab", erklärt Pastor Maes. Nachdem Fachingenieure die Lage begutachtet haben, beschloss das Presbyterium, die Stadtkirche bis zum Herbst zu schließen und zu sanieren.
Konfirmationen in St. Josef
Die Veranstaltungen, die sonst in der Kirche stattfinden, müssen an anderer Orte ausweichen. Hochzeiten (bis zum Herbst sind es etwa 25) finden nicht nur in evangelischen Nachbargemeinden statt, sondern zum Teil sogar in der katholischen St.-Josef-Kirche. "Sogar unsere beiden Konfirmationen weichen nach dorthin aus", lobt Pfarrer Wolfgang Döring, Vorsitzender des Presbyteriums, den ökumenischen Geist in der Grafenstadt.
Säulen mit Pfählen stützen
Wichtigste Baumaßnahme wird sein, die tragenden Säulen mittels Pfählen zu unterfangen und so für festeres Fundament zu sorgen. Dieser Schritt wird allein 300 000 Euro kosten. Zwei Drittel davon hat die Gemeinde selbst, den Rest bezahlt die Bezirksregierung. Weiterhin müssen die entstandenen Risse repariert, ein neuer Boden verlegt und die Kirche neu angestrichen werden. Zudem will man Akustik und Beleuchtung verbessern. Alles in allem wird dies 1,2 Millionen Euro kosten. Wo das Geld herkommen soll, weiß man noch nicht (siehe "Stadtkirche stützen"). Obgleich die Gemeinde den Verdacht, die Schäden könnten durch den Bergbau entstanden sein, nicht äußert, hat sie mit der Ruhrkohle gesprochen. Die Experten werden die Ursache der Kirchenabsenkungen feststellen. Auch die Denkmalbehörden ist in die Arbeiten involviert sein, da unter der Kirche alte Gräber von möglicherweise archäologischer Bedeutung liegen. Sie werden jedoch nur dokumentieren, nicht sammeln.
Überall im Gebäude sind seit einiger Zeit hochsensible Riss-Sensoren installiert. Die Schäden sind derzeit nicht so schlimm, dass eine Gefährdung besteht. Aber so weit solle es auch nicht kommen, sagt Maes. Nach der Wiedereröffnung soll die Stadtkirche wieder ein Ort der Begegnung und Veranstaltungsort für Gemeinde und Stadt, Kulturschaffende und Bildungsträger sein – möglichst noch multifunktionaler als bisher. Wie viel Platz im Innenraum entsteht, wenn einige Sitzbänke entfernt sind, kann man jetzt schon sehen. Je nach Bedarf sollen später Stühle hinzu gestellt werden.
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